2020 erhielt der Erste Bürgermeister des mittelfränkischen Schnaittach Morddrohungen in Form einer Beileidskarte per Post. Die Täterin wurde gefasst, bevor sie ihre Drohungen in die Tat umsetzen konnte. Foto: matthaeus photographer
Donnerstag, 27. April 2023, 19 Uhr

Rechtsterrorismus

Geschichte einer Bedrohung und die Antwort von Justiz, Gesellschaft und Kunst

Die Anschläge auf den Kasseler Regierungspräsidenten und die Synagogen in Halle und Hanau erschütterten die Bundesrepublik. Bereits seit den Erkenntnissen über den "Nationalsozialistischen Untergrund" richtet sich der Fokus von Wissenschaft, Politik und Sicherheitsbehörden stärker auf die gesellschaftliche Bedrohung, die von Rechtsterrorismus ausgeht. Die Opfer werden mehr als bisher wahrgenommen und gewürdigt. Im Juli 2022 sagte Außenministerin Annalena Baerbock am NSU-Mahnmal in Nürnberg: "Der Rechtsterrorismus ist eine der größten Gefahren für unsere innere Sicherheit".

Das war nicht immer so: Früher sind Planungen und Taten von Rechtsterroristinnen und Rechtsterroristen vielfach nicht richtig erkannt und seitens des Staats nicht umfassend aufgeklärt worden. Dabei begleitet Rechtsterrorismus die Geschichte der Bundesrepublik von Anfang an. Über seine Geschichte, Bekämpfung und gesellschaftlichen Folgen diskutiert ein hochkarätig besetztes Podium. Im Vordergrund stehen dabei die Möglichkeiten des Rechtsstaats und der Gesellschaft, auf diese Bedrohung zu reagieren.

Rednerinnen und Redner

Dr. Peter Frank ist seit 2015 Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Dem Generalbundesanwalt obliegt die Verfolgung terroristischer Straftaten

Jan Philipp Gloger ist seit der Spielzeit 2018/2019 Schauspieldirektor und Regisseur am Staatstheater Nürnberg. Mit dem bundesweiten Theaterprojekt "Kein Schlussstrich!" setzt er sich für die Aufarbeitung rechtsterroristischer Verbrechen ein.

Dr. Barbara Manthe ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bielefeld. Sie forscht und publiziert zur Geschichte des Rechtsterrorismus und der extremen Rechten in der Bundesrepublik Deutschland.

Moderation

Dr. Imanuel Baumann ist seit 2021 Leiter des Memoriums Nürnberger Prozesse. Er ist habilitierter Historiker und Privatdozent an der MartinLuther-Universität Halle-Wittenberg.


Ort der Veranstaltung
Memorium Nürnberger Prozesse, Saal 600
Bärenschanzstraße 72
90429 Nürnberg

Eine Anmeldung ist erforderlich unter Tel. (0911) 231 - 2 86 14 oder
memorium@stadt.nuernberg.de

Ausstellung "RECHTSTERRORISMUS. Verschwörung und Selbstermächtigung – 1945 bis heute"

Kosten
Eintritt frei