Terror durch Recht: Der Volksgerichtshof

Der Volksgerichtshof war ein zentrales Machtinstrument des NS-Regimes zur Verfolgung politischer Gegner. Mehr als 16.700 Menschen wurden dort angeklagt, häufig auf Grundlage konstruierter Vorwürfe wie "Hochverrat" oder "Wehrkraftzersetzung". Ab 1942 endete etwa jedes zweite Verfahren mit der Todesstrafe, was die zunehmende Radikalisierung und Brutalität des Regimes widerspiegelt. Die Verfahren dienten weniger der Rechtsprechung als der Einschüchterung und propagandistischen Inszenierung, bei denen Verteidigungsmöglichkeiten praktisch nicht existierten.

Die Ausstellung zeigt die Struktur und Arbeitsweise dieses Gerichts, beleuchtet die ideologisch geprägte Rolle von Richtern und Staatsanwälten und macht anhand ausgewählter Fälle die Willkür der Urteile sichtbar. Zugleich rückt sie die Folgen für die Opfer in den Mittelpunkt: den Verlust von Freiheit und Würde, die Zerstörung von Biografien und die langfristigen Belastungen für Angehörige. Sie verdeutlicht, wie der Volksgerichtshof als Werkzeug staatlicher Gewalt funktionierte und welche Bedeutung er im System des nationalsozialistischen Unrechts hatte.

Neben der Ausstellungseröffnung mit einem Vortrag der Kuratorin Dr. Claudia Steur von der Topographie des Terrors gibt es eine weitere Veranstaltung, bei der Eugen Solf, der Enkel von Hana Solf über seine Großmutter spricht.

Termine

Dienstag, 12. Mai 2026, 19 Uhr
Ausstellungseröffnung

13. Mai bis 27. September 2026
Wechselausstellung "Terror durch Recht"

Dienstag, 22. September 2026, 19 Uhr
Hanna Solf: Widerstandskämpferin, Angeklagte und Zeugin der Anklage
Vortrag

Flyer zur Veranstaltungsreihe
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