zurück

Schaustück des Monats

Schaustück des Monats Oktober 2017: Eine Installation aus fünf großen Buchstaben als Symbol der "Marke Speer".

weitere Bilder

Dienstag, 24. Oktober 2017, 17 Uhr

Schaustück des Monats Oktober 2017:
S P E E R – Die "Marke Speer" als Ausstellungsstück

Objekt: Installation aus den Buchstaben S P E E R
Material: Holz, Fotodruck, Monitore, Beamer, Lautsprecher
Jahr: 2017
Entwurf: Lendler Ausstellungsarchitektur, Berlin

Albert Speer war als Architekt und Rüstungsminister einst ein enger Vertrauter Hitlers. Die Alliierten verurteilten ihn im Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess zu zwanzig Jahren Haft, die Albert Speer in Spandau absaß. Als er am 1. Oktober 1966 aus der Haft entlassen wurde, wartete bereits die versammelte Weltpresse auf ihn. Damit begann die zweite Karriere des Albert Speer – diesmal als gefeierter und scheinbar geläuterter Zeitzeuge. Bis in die 2000er Jahre hielt sich seine Version der Geschichte – die Legende eines von Hitler verführten, unpolitischen Technokraten, der vom Holocaust nichts gewusst habe – in der Öffentlichkeit und konnte so sein Bild in der Geschichte prägen. Speers Veröffentlichungen ("Erinnerungen", "Spandauer Tagebücher") machten ihn zum Millionär.

Die Ausstellung

Die Ausstellung "Albert Speer in der Bundesrepublik" im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände lässt die Speer-Legende vom verführten, unwissenden Technokraten gleichsam kriminalistisch sichtbar werden und stellt damit auch den Umgang der Deutschen mit ihrer Vergangenheit seit den 1950er Jahren in Frage. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler berichten in kurzen Statements von ihren Forschungsergebnissen und entlarven Speer als einen der Haupttäter des nationalsozialistischen Regimes.

S P E E R-Installation

Albert Speer entwickelte seinen Nachnamen fast zu einem Logo der "Marke Speer". So ist beispielsweise sein Name auf all seinen Büchern das hervorstechende Element auf dem Titelcover. Die zentrale Installation der Ausstellung nimmt darauf Bezug. Sie dominiert den Raum so wie einst Speers propagandistische Sicht die öffentliche Meinung. Die Außenseiten der Buchstaben zeigen überlebensgroße Fotos aus Speers Lebensphasen. Im Inneren dieser Installation ist man dem "Lebens-Tonband" Albert Speers ausgesetzt. Video-Projektionen dokumentieren, wie Speer sich nach seiner Haft der Öffentlichkeit präsentiert

Spezialführung mit Dr. Martina Christmeier und Dr. Alexander Schmidt, wissenschaftliche Mitarbeiter des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände

Kosten
Eintritt frei