Themenbereiche der Interimsausstellung

Topografie im Wandel

Ab 1933 planten die Nationalsozialisten im Naherholungsgebiet rund um den Dutzendteich im Südosten Nürnbergs Großbauten zur Abhaltung ihrer Reichsparteitage. Bis Kriegsbeginn 1939 waren nur wenige Bauten fertig gestellt. Während des Krieges wurde insbesondere die bestehende Lagerstruktur auf dem Gelände genutzt und ausgebaut. Heute steht nur noch ein Teil der von den Nationalsozialisten realisierten Bauten. Seit 2001 informiert das Dokumentationszentrum in der Kongresshalle über die Geschichte des Areals.

1918-1933 | Chancen und Krisen – Nürnberg in der Weimarer Republik

Seit Ausrufung der Republik 1918 musste sich die erste deutsche Demokratie immer wieder gegen Angriffe behaupten. Die sozialdemokratisch geprägte Industrie- und Arbeiterstadt Nürnberg wurde zum wichtigen Veranstaltungsort: Neben Großveranstaltungen der Arbeiterschaft fanden dort 1927 und 1929 erste Reichsparteitage der NSDAP statt. Engagierte Kommunalpolitiker verteidigten die Republik bis zuletzt.

1933-1939 | Die Reichsparteitage – Gemeinschaft und Ausgrenzung

Ab 1933 fanden die Reichsparteitage der NSDAP jährlich in Nürnberg statt. Nach Plänen von Albert Speer entstand hier ein riesiger Kultort. Mit dem nationalen Großereignis verfolgte das NS-Regime zentrale gesellschaftliche Ziele. Die nationalsozialistische Ausgrenzungsgesellschaft wurde als "Volksgemeinschaft" inszeniert und sollte die breite Zustimmung der Deutschen zum NS-Regime öffentlich sichtbar machen. Neue Medien wie der Rundfunk übertrugen das Gemeinschaftserlebnis der Reichsparteitage ins gesamte Reich.

1939-1945 | Das Gelände im Krieg – Gefangenschaft, Zwangsarbeit und Deportation

Während des Zweiten Weltkriegs entstanden auf dem Reichsparteitagsgelände mehrere Lager für Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter. Tausende Menschen starben oder wurden gezielt ermordet. Der Bahnhof Märzfeld wurde zum Ausgangspunkt der Deportationen für Juden aus Franken in die Vernichtungslager. Nur wenige überlebten.

1945-2020 | Kein gewöhnlicher Ort – Vom Umgang mit dem Gelände

Nach dem Krieg suchte die Nürnberger Stadtgesellschaft Jahrzehnte lang nach einem adäquaten Umgang mit dem Gelände. Erst ab Mitte der 1980er Jahre entstanden erste Informationsangebote. 2001 öffnete das Dokumentationszentrum. Noch heute fordert der Ort uns auf, immer wieder neu Stellung zu beziehen und eigene Formen der Auseinandersetzung mit den baulichen Hinterlassenschaften des Nationalsozialismus finden.

Die Informationen zur Interimsausstellung können Sie auch als PDF-Datei herunterladen
Nürnberg – Ort der Reichsparteitage