Zahlen und Fakten

Bis zur Schließung des Dokumentationszentrums Ende 2020 kamen jährlich über 300.000 Besucherinnen und Besucher in das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg. Nach dem Anfangsboom im ersten Betriebsjahr (230.000 Besucher in 2002) pendelte sich der Zuspruch zunächst auf dem immer noch sehr hohen Niveau von 170.000 (2003) ein. Ausgegangen war man bei der Planung von hunderttausend Gästen im Jahr. Seitdem stieg die Zahl aber kontinuierlich an, so dass im Sommer 2020 die vierte Million erreicht werden konnte.

Ca. 50 Prozent der Besucher kamen aus dem Ausland. Führend waren dabei die Gäste aus dem angelsächsischen Sprachraum, die Nürnberg vor allem mit dem Schiff besuchten - allen voran US-Amerikaner, gefolgt von Briten, Australiern und Kanadiern. Ebenfalls starkes Interesse an der Thematik zeigten Besucher aus dem europäischen Ausland, besonders Franzosen, Spanier und Italiener. Tatsächlich aber reisten Menschen aus allen Winkeln der Welt nach Nürnberg, die Fidschi-Inseln tauchten ebenso in der Statistik auf wie Länder der arabischen und asiatischen Welt.

Die pädagogischen Fachkräfte betreuten im Studienforum und auf dem Gelände seit Eröffnung des Hauses über 560.000 Besucher in 23.000 Kursen. Alleine die Geländebegehung wurde von über 12.000 Gruppen wahrgenommen. Das Team des Dokumentationszentrums richtete zahlreiche Großveranstaltungen aus, darunter internationale Fachkonferenzen sowie Tagungen der europäischen Bildungsminister, der UNESCO oder des Deutschen Museumsbundes.

Über dreißig Ausstellungen wurden bisher in den Räumlichkeiten des Dokumentationszentrums eröffnet. Seit dem Jahr 2004 steht eine eigene Ausstellungshalle zur Verfügung. Inhaltliche wie auch gestalterische Höhepunkte waren sicherlich die in Eigenregie produzierten Ausstellungen "Bilderlast. Franken im Nationalsozialismus" im Jahr 2008, "Das Gleis. Die Logistik des Rassenwahns" im Jahr 2010 sowie "Entrechtet. Entwürdigt. Beraubt. Arisierung in Nürnberg und Fürth" 2012. Die multimediale Rauminstallation "Sommer Vierzehn. Die Geburt des Schreckens der Moderne" mit Panoramaprojektion setzte in puncto Vermittlung völlig neue Akzente, während "Albert Speer in der Bundesrepublik" 2017 sowie "Das Reichsparteitagsgelände im Krieg" 2019 gestalterisch eindrucksvoll neueste Forschungsergebnisse präsentierten. Als Exportschlager erwies sich die Ausstellungs-Eigenproduktion "Verführt. Verleitet. Verheizt. Das kurze Leben des Hitlerjungen Paul B.", die in fremdsprachiger Version durch Museen in den USA und in Frankreich tourte. Als erste deutsche Ausstellung in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau wurde im Jahr 2009 die Eigenproduktion "Rassenwahn" gezeigt.

An diese erfolgreiche Arbeit möchte das Dokumentationszentrum künftig mit der aktuellen Interimsausstellung sowie seiner neuen Dauerausstellung ab Ende 2023 anknüpfen.