Mit seinem tierischen Gehörn ein typisches Wesen "zwischen den Welten". Foto: Ulrike Berninger
8. August bis 28. Oktober 2019

Zwischen den Welten
Holzskulpturen von Stefan Schindler

Mit "Zwischen den Welten" präsentiert das Museum Tucherschloss zum ersten Mal eine Werkschau des jungen in Nürnberg lebenden Künstlers Stefan Schindler im Freien: Bis zu 18 Holzskulpturen werden von Anfang August bis Ende Oktober 2019 den Schlossgarten des Museums bevölkern. Als Kooperationspartner der sommerlichen Sonderausstellung fungiert die Nürnberger Bunsen Goetz Galerie.

Stefan Schindler, 1981 geboren, ist im mittelfränkischen Bechhofen an der Heide bei Ansbach aufgewachsen. Seine erste Ausbildung erhielt er an der Berufsschule für Holzbildhauer in Oberammergau. Dem folgte konsequent ein Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg und an der Akademie der schönen Künste in Nürnbergs polnischer Partnerstadt Krakau. Lehrbeauftragter für Holzbildhauerei an der Nürnberger Kunstakademie ist er seit 2011.

Gerne bezeichnet sich der Bildhauer selbst als "Herrgottschnitzer". Das verrät einiges über sein Selbstbewusstsein als Künstler, sein Kunstverständnis und auch über seine Arbeitsweise. Für seine immer figürlichen Skulpturen verwendet er frisches Holz, in der Regel Eiche. Nachdem er die Stämme gespalten hat, bearbeitet er sie von oben nach unten: zunächst mit dem groben Schnitzeisen, dann mit verschiedenen Äxten. Diese kommen sogar bei der Ausführung der Gesichter zum Einsatz – die Feinheit, die mit dem eigentlich martialischen Werkzeug möglich ist, ist verblüffend.

Der Ausstellungstitel "Zwischen den Welten" spielt auf verschiedene – mitunter gegensätzliche – Aspekte an, die Stefan Schindlers Skulpturen charakterisieren. Das rohe Holz ist teils grob, teils verblüffend empfindsam bearbeitet. Die – immer anthropomorphen – Skulpturen sind häufig überlängt, haben mitunter zu kleine Köpfe und wirken bei aller Masse und Statik bewegt, ausdrucksstark und dramatisch. Fast alle "Wesen" entziehen sich einer eindeutigen inhaltlichen Bestimmung: Verschiedener "Kopfschmuck" lässt ganz unterschiedliche Assoziationen und Interpretationen zu. Indem er Motive alter Mythen, Sagen oder Märchen aufgreift, setzt Stefan Schindler auf die "Freiheit des Fantastischen".

Der Tucher'sche Schlossgarten wird so zu einer Art "Zauberwelt" für die Besucher: Sie können beim Betrachten der Skulpturen ihrer eigenen Phantasie freien Lauf lassen und in ihnen Magisches, Märchenhaftes oder Übernatürliches entdecken.

"Mann mit Axt", ein Blogbeitrag über den Bildhauer Stefan Schindler

Pressematerial zur Ausstellung

Partner
Bunsen Goetz Galerie