Demonstration jüdischer Anwohner in der Münchener Möhlstraße 10, 1949. Bildnachweis: Archiv Heinrich Hoffmann
Dienstag, 7. Februar 2017, 18.30 Uhr

Juden unerwünscht.
Anfeindungen und Ausschreitungen nach dem Holocaust 1945 bis 1947

Vortrag von Prof. em. Wolfgang Benz, Historiker der Zeitgeschichte

Nirgendwo waren Juden, die den Holocaust überlebt hatten, willkommen. Der Befreiung aus Konzentrationslagern und Zwangsarbeit folgte die Erkenntnis, dass sie in ihrer Heimat unerwünscht waren – gleich, ob diese in Polen oder Ungarn, in der Slowakei oder Rumänien lag. Diese jüdischen "Displaced Persons" (DPs) sammelten sich vor allem in der amerikanischen und britischen Besatzungszone Deutschlands.

In seinem Vortrag geht Wolfgang Benz auf die schwierige Geschichte von jüdischen NS-Verfolgten in der frühen  Nachkriegszeit ein. Er zeigt auf, wie deutsche Anwohner der jüdischen DP-Camps sich beklagten und wie Behörden unter dem Vorwand des Verdachts auf Schwarzmarktgeschäfte Razzien veranstalteten. Auch gewalttätige Ausschreitungen gegen Juden gehörten nicht der Vergangenheit an, wovon das Pogrom von Kielce in Polen zeugt, bei dem 42 Überlebende des Holocaust umkamen.

Kosten
Eintritt frei