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Schaustück des Monats

Schaustück des Monats April 2013: Johann Paul Ritter, Der Einzug des Kaisers Matthias in Nürnberg im Jahr 1612.
1. bis 30. April 2013

Schaustück des Monats April 2013
Der Einzug des Kaisers Matthias in Nürnberg im Jahr 1612

Gemälde von Johann Paul Ritter, Nürnberg 1890

Auch im Jahr 2013 setzen wir unsere beliebte Sonderreihe "Schaustück des Monats" fort, in der wir Ihnen besondere Exponate aus dem Besitz der Stadt Nürnberg vorstellen.

Der April 2013 ist einem hochinteressanten Gemälde aus der Zeit des Historismus gewidmet, das Ende 2012 aus Nürnberger Privatbesitz für die städtischen Kunstsammlungen angekauft werden konnte und künftig im Stadtmuseum Fembohaus präsentiert werden soll.Es handelt sich um Johann Paul Ritters Darstellung des für die Stadtgeschichte bedeutsamen "Einzugs des Kaisers Matthias in Nürnberg".

Der Besuch Kaiser Matthias I. (1557-1619) am 9. Juli 1612 in Nürnberg gab dem Rat der Stadt Nürnberg die Gelegenheit, sich von seiner besten Seite zu zeigen, denn zwei Jahre zuvor war Nürnberg der protestantischen Union beigetreten und musste diesen Affront dem katholischen Kaiser gegenüber wieder wettmachen. Die Stadt bot daher alle ihre Möglichkeiten auf, um den gerade erst gekrönten Kaiser zu beeindrucken und für sich zu gewinnen.

Die Spezialität des infolge einer Krankheit seit Kindertagen gehörlosen Malers Johann Paul Ritter (1829-1907) lag in der Wiedergabe historischer Themen. Vor allem Nürnbergs "große Zeit" hatte es ihm dabei angetan. Berühmt wurde er für seine monumentalen Darstellungen mit vielen Staffagefiguren, die vor großartigen, teils minutiös ausgearbeiteten Architekturen agieren. Johann Paul Ritter gilt daher zu Recht als einer der wichtigsten deutschen Architekturmaler des Historismus.

Mehrfach haben er und sein Bruder Lorenz die Nürnberger Burg gemalt und gezeichnet.Vor dramatisch beleuchtetem Himmel und vor der die Szene überfangenden Architekturkulisse mit der Kaiserburg, wird hier nun der triumphale Einzug Kaiser Matthias I. in dem Augenblick gezeigt, als der Regent die extra für diesen Anlass entworfene prunkvolle Ehrenpforte unterhalb der Burg knapp durchritten hat. Aber hat Johann Paul Ritter hier wirklich korrekt die historische Begebenheit wiedergegeben? Welcher künstlerischer Kniffe und Dramaturgien bedient er sich?

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