Blick in den Vorraum der Ausstellung mit einer Nürnberger Litfaßsäule, hergestellt um 1905 bei MAN, und einer Ardie Minimax, Baujahr 1920.
25. März bis 10. Oktober 2021

Tempo, Tempo – Bayern in den 1920ern

Schneller, schneller – heult es durch die Straßen, schrillt es durch die Fernsprecher, knattern die Schreibmaschinen, schneller, schneller jazzt und trommelt es durch die Nacht, stöhnen es die morgendlich überfüllten Straßenbahnen. 100 % Leistungssteigerung, Rekorde, laufendes Band – das sind die Zeichen unserer Zeit.

Der Reklametext für eine populäre Faltencreme bringt es 1929 auf den Punkt: Die 1920er sind ein Jahrzehnt der rasenden Geschwindigkeit. In den Städten wie München und Nürnberg macht sich mit Motorrad, Telefon oder Staubsauger der Fortschritt schneller bemerkbar als auf dem Land. Doch auch in den Dörfern und kleineren Orten sorgt die Elektrifizierung für Veränderungen.

Die vom Haus der Bayerischen Geschichte entwickelte Sonderausstellung "Tempo, Tempo – Bayern in den 1920ern" nimmt neben bedeutenden historischen Protagonisten und zeittypischen Ereignissen eben jene Facetten unter die Lupe, die rückblickend mit den "Wilden Zwanzigern" verbunden werden: Freizügigkeit, Lebenshunger und Weltoffenheit bei den einen, Beschämung über den verlorenen Krieg, Unzufriedenheit und Resignation bei den anderen.

Mit vielen spannenden Originalexponaten und Medieninstallationen beleuchtet die Ausstellung ein von fundamentalen Auf- und Umbrüchen geprägtes Jahrzehnt im Bayern vor hundert Jahren.

Die Folgen des Ersten Weltkriegs, die Hyperinflation und die Extremisten von links und rechts belasten Demokratie und Republik in den 1920er durchgehend. Und dennoch: Wirtschaftlicher Aufschwung ermöglicht bescheidenen Wohlstand, eine kurze kulturelle Blüte und beschleunigte Mobilität: Eben Aufbruch und Umbruch – Tempo, Tempo!


Begleitprogramm
 

Wartesaal

Ein Film zur Ausstellung von Christoph Süß

Christoph Süß hinterfragt das Geschehen der 1920er-Jahre. Auf schmucklosen Sitzbänken oder im vornehmen Salon trifft er auf unterschiedlichste Personen und Sichtweisen der Zeit, mit dabei: Luise Kinseher als Hitler-Gegnerin, Helmut Schleich als konservativer Beamter, Max Uthoff als Vertreter der feinen Gesellschaft, Christian Springer als Freund und Verfechter von Ruhe und Ordnung...

Ort der Veranstaltung:
Museumskino

Wegen Reparaturarbeiten im Museumskino wird der Film ab Mittwoch 16. Juni 2021 vorübergehend im Kinobereich der Museumseinheit "Technikrevue" gezeigt. Wir bitten um Ihr Verständnis!

Den Film "Wartesaal" können Sie auf der Website des Hauses der Bayerischen Geschichte auch online ansehen.
"Wartesaal": Großes Kino mit bayerischen Kabarettgrößen

Das Katalog zur Ausstellung aus dem Haus der Bayerischen Geschichte ist für 5 Euro an der Museumskasse erhältlich.

Kosten
Außer dem Museumseintritt fallen keine weiteren Kosten an.