Nina Reisch vom Johannes-Scharrer-Gymnasium bei der Übergabe von Erinnerungsstücken, die ihre Familie aus Tallinn mitgebracht hat. Bildnachweis: Dokumentationsgruppe der Klassen 9a und 9d des Johannes-Scharrer-Gymnasiums Nürnberg
zeitzeugin
28. Juni bis 22. Juli 2012

Nürnbergs Migrationsgeschichte – Sammeln, sortieren und zeigen

Nürnberg ist ein Ort der Zuwanderung: Für Menschen aus 165 Ländern ist die Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg zur (neuen) Heimat geworden. Über 40% aller Nürnberger haben einen Migrationshintergrund.

Vier 9. Klassen des Johannes-Scharrer-Gymnasiums sowie der Peter-Henlein-Realschule setzen sich im Schuljahr 2011/12 mit der Zuwanderung nach Nürnberg sowie dem Alltag der hier lebenden Menschen mit Migrationshintergrund auseinander. Die Schüler erhielten durch Wissenschaftler und ihre Lehrkräfte zunächst eine fundierte Einführung in Nürnbergs Migrationsgeschichte. Im Stadtarchiv Nürnberg beschäftigten sie sich mit unterschiedlichen Quellen von Zuwanderern und Migranten.

Anschließend wurden die Schüler selbst aktiv: Sie befragten Zeitzeugen und suchten in ihren Familien, bei Freunden und Mitschülern nach Schriftstücken, Bildern und Gegenständen der Nürnberger Migrationsgeschichte nach 1945. Sie werteten die Quellen und Zeitzeugengespräche sorgfältig aus und erstellten dazu Plakate sowie abwechslungsreiche Texte. Die Ausstellung gibt mit den gesammelten Materialien und den vielseitigen Schülerarbeiten einen Überblick über die Zuwanderung nach Nürnberg. Sie zeigt, wie Migranten ihre persönlichen Erinnerungen mit dem Leben und dem Alltag in der neuen Heimat verbinden und bietet zugleich Einblicke in die Sichtweise von Schülern auf die Zuwanderung.

Das Projekt "Nürnbergs Migrationsgeschichte - Sammeln, sortieren und zeigen" wird geleitet vom Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte der Universität Erlangen-Nürnberg. Im Schuljahr 2011/12 arbeiteten die Klassen 9a, 9b und 9d des Johannes-Scharrer-Gymnasiums sowie die Klasse 9c der Peter-Henlein-Realschule dabei mit. Das Projekt wird von der Robert-Bosch-Stiftung gefördert.Für Schulklassen ab der 8. Jahrgangsstufe bietet der Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte der Universität Erlangen-Nürnberg ein museumspädagogisches Begleitprogramm in der Ausstellung an.