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Ausstellung

Greifarm eines Leichtbauroboters bei Mercedes-Benz. Bildnachweis: Daimler AG

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22. Februar bis 23. April 2017

ALL.TÄGLICH!

Wanderausstellung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrttechnik

Hier werden spannende, überraschende und wichtige Innovationen aus der Raumfahrt präsentiert, die längst in unserem Alltag angekommen sind: in den Lebensbereichen Wohnen und Arbeiten, Gesundheit und Ernährung, Freizeit und Reisen, Mobilität und Kommunikation, Wissen und Bildung.

Besser sehen durch Raumfahrt. Nah und fern. Viele Menschen können dies inzwischen dank der Gleitsichtbrille. Individuell angepasste Gläser für Gleitsichtbrillen wurden durch eine Raumfahrtmission möglich. Für die Weltraummission ROSAT (1990 bis 2011) wurde vom Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik zusammen mit der Firma Zeiss ein spezielles Verfahren zum Polieren von Weltraumspiegeln entwickelt. Diese Technologie nutzte Zeiss zur Fertigung individueller Gleitsichtgläser, die die Abstimmung auf ganz persönliche physiologische Anforderungen ermöglicht. Eine neue Ära in der Optikerbranche hatte begonnen. Raumfahrt schafft also Innovationen, die auf der Erde und im ganz alltäglichen Leben genutzt werden können. Um diese Potenziale zu heben, hat das DLR Raumfahrtmanagement in diesem Jahr die Initiative INNOspace zur Förderung von Innovationen, Transfers und neuen Märkten gestartet.

Raumfahrt liefert die Basis für eine Vielzahl von neuen Technologieentwicklungen in ganz unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen. Statistiken wie zum Beispiel des ESA Technology Transfer Programmes zeigen viele Transfers in die Bereiche Transport, Medizin, Maschinenbau, Sicherheit oder Energie. Nicht nur die Gleitsichtbrille ist ein Transfer aus der Raumfahrt. Auch der Klettverschluss, der tägliche Wetterbericht, Live-Übertragungen im Fernsehen, das Navigationssystem im Auto oder das Outdoor-Navigationsgerät haben ihren Einzug vom All in unseren Alltag auf der Erde gefunden.

Die Medizin ist hierfür ein Paradebeispiel. Aus der Weltraumwissenschaft fuhren viele zukunftsweisende Transfers in den medizinischen Sektor. Beispielsweise wurde die Auswertung von Bilddaten der Satellitenmission ROSAT zu einem Diagnosesystem für die Hautkrebsfrüherkennung weiterentwickelt. Hochsensible Röntgendetektoren senken die Röntgenstrahlenbelastung für Patienten. Ein Gerät zur Messung der Augenbewegung – das sogenannte 3D Eye Tracking Device – kann unter anderem zur Analyse des Gleichgewichtssystems im Innenohr genutzt werden und so neurologische Erkrankungen wie Schwindel diagnostizieren oder die Müdigkeit von LKW- und Busfahrern feststellen.

Die angewandte Raumfahrt liefert einen wichtigen Beitrag für die Lösung globaler ökonomischer und ökologischer Probleme. Die satellitengestützte Erdbeobachtung stellt uns wichtige Daten für das Klima- und Umweltmonitoring sowie Karten- und Bildmaterial für Katastropheneinsätze zur Verfügung. Insbesondere die Satellitentechnik ist heute ein wesentlicher Bestandteil der öffentlichen Infrastruktur, unverzichtbar für Kommunikation, Navigation, Wettervorhersagen und Erdbeobachtung.

Die ideale Ergänzung zu dieser Präsentation ist die gleichzeitig gezeigte Ausstellung "KRISTALLE! Schlüsselmaterialien für das 21. Jahrhundert" des Erlanger Fraunhofer-Instituts für Integrierte Systeme IISB. Viele zentrale Entwicklungen in der Halbleiterkristalltechnik und Mikroelektronik hatten in der Metropolregion Nürnberg ihren Ursprung. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts werden hier wichtige Forschungsergebnisse erarbeitet.

Ausstellung "KRISTALLE!"

Kosten
Außer dem Museumseintritt fallen keine weiteren Kosten an.