Ausstellung

Hellmut Baensch: Tänzerin
baensch-kalla
21. Oktober bis 21. November 2010

Pictorialistische Kamerakunst. Edeldrucke von Hellmut Baensch

Der Grafiker und Fotograf Hellmut Baensch betreibt noch die alte Fotokunst von Öl-, Bromöl- und Gummidruck, durch die er seine fotografischen Unikate veredelt. Alles, was er für seine Arbeit benötigt, hängt, steht, liegt stets an seinem Platz, griffbereit. Geduld und Besessenheit macht die Persönlichkeit von Hellmut Baensch aus und unermüdlich erklärt er auch Laien diese hochangesehene Technik. Er hat sich das Sehen nicht nur zum Beruf erwählt, es stellt auch ein Prinzip seiner Lebensweise dar. "Wir sehen immer schnell die Schattenseiten der Dinge und Menschen, das Negative", kommentiert Baensch seine Drucke. "Mich jedoch interessiert der Blick, der den Menschen aufrichtet und das Würdige zum Ausdruck bringt."

Entsprechend "verschönern" seine Motive, die er mit der Kamera auswählt, nicht, sondern lenken das Augenmerk auf denk- und anschauungswürdige Bewegungen, Situationen, Stilleben. Der Druck in den alten, kaum noch praktizierten Verfahren von Gummi- oder Bromöltechnik hebt diesen eingefangenen Augenblick besonders hervor und macht ihn, wie die alten Fotos unserer Urgroßeltern bezeugen, zu einem bedeutenden, beinahe geschichtlichen Moment. Der Faktor Zeit, den die Ästhetik des Drucks bewusst werden lässt, stellt dabei eine Spannung zur Momentaufnahme des Augenblicks her. Nicht zufällig sind oft Frauenkörper Motive der Fotokunst von Hellmut Baensch: Der Akt der schwangeren Frau, die das Kätzchen schützend in den Händen hält, drückt ebenso Achtung vor dem Leben aus wie das zerfurchte dunkelhäutige Gesicht des Südländers.

Begleitprogramm zur Ausstellung