Geschenke als Mittel der Diplomatie?

Friedrich Wilhelm Wanderer: Entwurf zum Gemälde "Berühmte Männer aus Nürnbergs großer Vergangenheit", um 1895 (Ausschnitt). Bildnachweis: Kunstsammlungen der Stadt Nürnberg, Grafische Sammlung

Donnerstag, 19. November 2026, 18 Uhr

Historische Perspektiven auf Werke der Kunstsammlungen

Vortrag von Dr. Evelyn Reitz, Leiterin der Abteilung Kunsthistorische Sammlungen und Museen

Geschenke galten in der Frühen Neuzeit als ein probates Mittel der Diplomatie. Nürnberg konnte als Zentrum der Goldschmiedekunst auf besonders namhafte Künstler wie Wenzel Jamnitzer zurückgreifen, um künstlerisch herausragende und besonders wertvolle Werke zu diesem Zweck bereitzuhalten. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung im 19. Jahrhundert knüpften der Nürnberger Rat und die Bürger der Stadt erneut an diese Tradition an.

In der Weimarer Republik noch hochgeachtet, verliert die Praxis des Schenkens im Nationalsozialismus ihre politische Legitimierung. Kunstwerke der städtischen Sammlungen werden für propagandistischen Zwecke instrumentalisiert.

Der Vortrag beleuchtet historische Perspektiven des Schenkens und fragt: Wann ist ein Geschenk ein probates Mittel der Diplomatie und wann wird es zum politisch fragwürdigen Instrument? Ist die Kunst über solche Deutungen erhaben?

Ort der Veranstaltung
Barockvestibül des Stadtmuseums im Fembo-Haus

Eine Anmeldung unter Angabe der Personenzahl ist erwünscht
kunstsammlungen@stadt.nuernberg.de


Veranstaltungen zum Jubiläum "500 Jahre Kunstsammlungen der Stadt Nürnberg"

Kosten:
Eintritt frei