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Schaustück des Monats

Schaustück des Monats Juni 2017: Das Kartenspiel Wizard.
Dienstag, 27. Juni 2017, 15.00 Uhr

Schaustück des Monats Juni 2017:
Das Kartenspiel Wizard – nicht nur für Zauberer

Autor: Ken Fisher
Grafiker: Franz Vohwinkel
Hersteller: Amigo Spiel + Freizeit GmbH
Datierung: 1996

Spezialführung mit Dr. Torsten Lehmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Deutschen Spielerachivs Nürnberg

Magische Ursprünge

Vor Jahrtausenden lernten die Zauberlehrlinge in Stonehenge ein magisches Spiel, um die Gabe der Vorhersehung zu entwickeln. Jeder Spieler musste vor jeder Runde die Anzahl seiner Stiche voraussagen und dann beim Ausspielen auch genau einhalten. Später ist dieser tiefere Sinn in Vergessenheit geraten und das Spiel diente zum profanen Zeitvertreib von Kriegern, Handwerkern und Bauern. Erst bei neuen Ausgrabungen in Stonehenge wurde eine Pergamentrolle gefunden, welche die wahre Geschichte dieses Spiels enthüllte. Das uralte "Wizard" wurde wieder entdeckt! So geht die schöne Entstehungslegende von einem der erfolgreichsten Kartenspiele der Welt. In der Realität brachte Ken Fisher 1984 das erste "Wizard" über den amerikanischen Verlag U.S. Games Systems heraus und fügte der Familie der Stich-Vorhersagespiele eine schöne Facette hinzu. Seinen großen Durchbruch hatte "Wizard" aber erst ab 1996, als der Amigo Verlag in Deutschland eine grafisch neu gestaltete Version auf den Markt brachte. Bis heute wurden über 1,7 Millionen Exemplare in Deutschland verkauft. Das Spiel gibt es in 14 Sprachen und Ländern. So verlockend ist die Gelegenheit, seine magischen Fähigkeiten für einen Blick in die Zukunft auszuprobieren.

Ein phantastischer Erfolg

1995 begann Amigo ein neues Kartenspielprogramm aufzubauen, um die Spiele-Klassiker "UNO" und "RAGE" zu ersetzen. Als Vertriebspartner von U.S. Games stieß der verantwortliche Redakteur Uwe Mölter auch auf Wizard und erkannte schnell das Potenzial dieses Spiels. Dafür änderte Mölter die schlichte Grafik der Originalausgabe, die nur aus einem Pokerblatt mit den Sonderkarten Narr und Zauberer bestand. Im ständigen Austausch mit dem Grafiker Fran Vohwinkel entstand der später so erfolgreiche Fantasy-Look des Spiels. Von Vohwinkel stammte auch die Idee, jedem Kartenwert einen Beruf zuzuweisen, hierarchisch aufsteigend vom Dieb bis zur Königin. Jede Karte bekam so ihr eigenes Design. Schließlich wurden die Völker noch als Panorama gestaltet, nebeneinander gelegt ergaben alle Werte einer Farbe ein stimmiges Gesamtbild. Diese sehr aufwändige Grafik für ein reines Kartenspiel war seinerzeit sehr ungewöhnlich, führte aber zur schnellen Etablierung von Wizard als Familienspiel. Dazu kam die lange Tradition der Stichspiele in Deutschland. Die Herausforderung, jetzt auch noch die Anzahl der Stiche vorherzusagen, verlieh diesen Spielen eine neue anspruchsvolle Ergänzung. Durch die Sonderkarten Narr und Zauberer, mit denen nicht bedient werden muss, schuf Fisher zudem einen Kniff, der "Wizard" locker und taktisch zugleich macht.

Die Reise geht weiter

Der Verlag aus Dietzenbach kann sich im schnelllebigen Spielegeschäft aber nicht auf seinen Erfolg ausruhen. Immer wieder setzt Amigo Impulse, um "Wizard" aufzufrischen, sei es durch die Metallverpackung, die Vorhersagemünzen oder im Jahr 2016 durch die Einführung von sechs neuen Sonderkarten anlässlich des zwanzigjährigen Jubiläums. Seit 2010 wird "Wizard" zur Spielefamilie ausgebaut, zunächst mit "Wizard Extreme" und "Wizard Junior". Später kam noch "Witches" als Schwester hinzu, das Ken Fisher aus "Hearts" adaptiert hatte. Durch die einheitliche Grafik fühlen sich die Wizard-Fans schnell wieder zu Hause. Seit 10 Jahren gibt es die Deutsche Wizard-Meisterschaft, an den Vorrunden-Turnieren nehmen Tausende von Spielern teil. Der Deutsche Wizard-Meister von 2016 Karsten Schmidt reiste anschließend zur Wizard-Weltmeisterschaft nach Budapest (Ungarn). Ohne Zweifel hat "Wizard" entscheidend den Weg des 37jährigen Verlags zum führenden Kartenspielverlag in Deutschland mitgeprägt.

 

 

Kosten
Eintritt frei