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Vortrag

Postkarte gegen den Versailler Vertrag. Bildnachweis: Deutsches Historisches Museum, Berlin, PK 96/235
Donnerstag, 13. September 2018, 19 Uhr

Recht und Frieden
Die Friedensschlüsse als Katalysator des internationalen Rechts

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts unternahmen die europäischen Großmächte den Versuch, den Krieg durch völkerrechtliche Vereinbarungen einzuhegen und zu zivilisieren. Im Ersten Weltkrieg verstießen jedoch alle kriegsführenden Staaten gegen die "Gesetze und Gebräuche des Landkriegs", die durch das Haager Abkommen 1907 kodifiziert waren. Der Friedensvertrag von Versailles forderte die Auslieferung des Kaisers Wilhelm II. und mutmaßlicher deutscher Kriegsverbrecher. Die deutsche Regierung und Öffentlichkeit betrachteten dies als Willkür der Sieger und nationale Schmach. Weil auch die Siegermächte uneins waren, kam es nicht zu einem internationalen Tribunal. Die vom Reichsgericht in Leipzig ab 1921 geführten Prozesse gegen deutsche Soldaten und Offiziere stellten einen Kompromiss dar zwischen alliierten Forderungen nach Bestrafung deutscher Kriegsverbrecher und der Wahrung nationaler Souveränität.

Der Vortrag widmet sich der Frage, welche Bedeutung der Erste Weltkrieg und die Pariser Friedenskonferenz für die Entwicklung des internationalen Rechts hatten.

Dr. Gerd Hankel ist Sprachwissenschaftler und Jurist. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur forscht er zur Geschichte des Völkerstrafrechts. Er publizierte eine vielbeachtete Studie zu den Leipziger Prozessen (Hamburger Edition 2003).

Ort der Veranstaltung
Memorium Nürnberger Prozesse, Saal 600

Um Anmeldung wird gebeten unter Tel (0911) 321 - 7 93 72 oder per E-Mail
memorium@stadt.nuernberg.de

Veranstaltungsreihe "Der Preis des Friedens"

Kosten
Eintritt frei