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Veranstaltungsreihe

Werbeplakat von United Cigars, 1918. Bildnachweis: ullstein bild 013992306

Der Preis des Friedens
Die Neuordnung Europas nach dem Ersten Weltkrieg

Nach vier Jahren Krieg verbanden die Menschen in Europa den Frieden mit großen Erwartungen. Den kriegsmüden Gesellschaften hatte Wladimir Lenin, Führer der bolschewistischen Partei Russlands, einen "Frieden ohne Annexionen und Kontributionen" versprochen. Nach der Vorstellung des US-Präsidenten Woodrow Wilson sollten Demokratie, nationale Selbstbestimmung und ein internationaler Staatenbund Frieden und Sicherheit dauerhaft garantieren.

Der Waffenstillstand am 11. November 1918 beendete zwar den seit 1914 dauernden Staatenkrieg, aber nicht die Gewalt. In großen Teilen Europas herrschten noch jahrelang Bürgerkriege, ethnische Konflikte und Unabhängigkeitskämpfe. Die 1919 eröffnete Pariser Friedenskonferenz ordnete die politische Landkarte Europas und des Nahen Ostens grundlegend neu.

Aus den zerfallenen multiethnischen Imperien Österreich-Ungarns und des Osmanischen Reichs gingen zahlreiche Nationalstaaten hervor. Die Friedensschlüsse der Pariser Vorortverträge besaßen aber auch deshalb eine neue Qualität, weil sie den Unterlegenen erstmals die Kriegsschuld zuschrieben. Diese moralische Stigmatisierung verbitterte die Kriegsverlierer, die eine Revision der als ungerecht empfundenen Friedensverträge und der daraus resultierenden Nachkriegsordnung anstrebten. Aber auch den Siegermächten galten die Friedensschlüsse als unbefriedigend und inkonsequent.

Das Memorium Nürnberger Prozesse nimmt das Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren zum Anlass, Bedeutung und Folgen der Friedensschlüsse zu beleuchten. Wie werden sie in Europa heute bewertet? Welche Rolle spielte die Pariser Friedenskonferenz für die Entwicklung des internationalen Rechts? Warum scheiterte die von den Siegermächten geschaffene Nachkriegsordnung? Diesen und weiteren Fragen widmet sich diese Veranstaltungsreihe.

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.
Um Anmeldung wird gebeten unter Tel (0911) 321 - 7 93 72 oder per E-Mail
memorium@stadt.nuernberg.de

Programm der Veranstaltungsreihe "Der Preis des Friedens" (PDF-Datei 1,33 MB)

Termine dieser Veranstaltungsreihe