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Schaustück des Monats

Schaustück des Monats November 2012: Johann Leonhard Hirschmann: Porträt der Susanna Maria von Sandrart. Bildnachweis: Museen der Stadt Nürnberg, Kunstsammlungen
01. bis 30. November 2012

Porträt der Susanna Maria von Sandrart

Johann Leonhard Hirschmann

Auch im Jahr 2012 setzen wir unsere beliebte Sonderreihe "Schaustück des Monats" fort, in der wir Ihnen besondere Exponate aus dem Besitz der Stadt Nürnberg vorstellen. Der November 2012 ist einem herausragenden Nürnberger Bildwerk aus dem Jahr 1700 gewidmet: dem Porträt der Künstlerin Susanna Maria von Sandrart im Stadtmuseum Fembohaus.

Im Jahre 1700 beauftragte der Nürnberger Verleger Wolfgang Moritz Endter (1653-1723) den Maler Johann Leonhard Hirschmann (1672-1750), ein Porträt seiner Frau zu malen. Die Dargestellte stammt aus einer der renommiertesten deutschen Künstlerfamilien des 17. Jahrhunderts. Ihr Großonkel, Joachim von Sandrart (1606-1688), war der einzige international anerkannte deutsche Künstler seiner Zeit. Auch Susannas Vater, Jacob von Sandrart (1630-1708) war berühmt: Als Kupferstecher ließ er sich in Regensburg nieder, wo er 1654 Regina Christina Eimmart (1636-1708) heiratete, die Schwester des bedeutenden Kupferstechers und Mathematikers Georg Christoph Eimmart. Jacob von Sandrart lebte ab 1656 dauerhaft in Nürnberg und gründete hier 1662 die erste Malerakademie auf deutschem Boden.

Die künstlerische Begabung seiner Großnichte Susanna Maria hat Joachim von Sandrart so sehr beeindruckt, dass er schon der Zwanzigjährigen in seiner "Teutschen Academie" eine Vita widmete. Im Jahre 1683 wurde die Künstlerin mit dem 20 Jahre älteren Maler Johann Paul Auer (1638-1687) verheiratet, der nach nur vierjähriger Ehe starb. Als Witwe schuf Susanna Maria Reproduktionsstiche für den Verlag ihres Vaters. 1695 heiratete sie den Nürnberger Verleger und Buchhändler Wolfgang Moritz Endter, den Auftraggeber des später als Epitaph gerahmten Bildnisses.

Für interessierte Museumsbesucher, die mehr über die Künstlerin Susanna Maria von Sandrart, ihre berühmte Familie und die Nürnberger Porträtkunst um 1700 erfahren möchten, bietet Dr. Andreas Curtius, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gemälde- und Skulpturensammlung der Museen der Stadt Nürnberg, zwei kostenlose Spezialführungen an.

Termine:

Mittwoch, 7. November, 16 Uhr
Mittwoch, 14. November, 16 Uhr