Ein Nürnberger unter Nürnbergern

Der jüdische Kaufmann Hans Hopf

Kürzlich tauchte ein Konvolut Gelegenheitsgraphik auf, das unter anderem Einladungs-, Tanz- und Speisekarten sowie Mitgliedsausweise zahlreicher Vereine umfasst.

Den Auftakt bildet angesichts der anhaltenden Pandemiebestimmungen eine Online-Ausstellung bei Google Arts & Culture mit Zeugnissen aus der Sammlung des Hopfengroßhändlers Hans Hopf, die unlängst wieder in den Kunstsammlungen der Stadt Nürnberg aufgetaucht sind.

Hans Hopf (1854–1918), der Spross einer jüdischen Hopfenhändlerfamilie, war einer der leidenschaftlichsten Norica-Sammler seiner Zeit. Mit viel Liebe, zeitlichem und finanziellen Aufwand trug er Graphik zur Topographie und Geschichte Nürnbergs zusammen. Und das, obwohl die Hopfs noch nicht lange in der Stadt lebten, sie gehörten zu den ersten Juden seit 1499, die sich Mitte des 19. Jahrhunderts wieder hier niederließen.

Hans Hopf war ein Mensch, der gerne unter Menschen war. Diesen Eindruck vermittelt jedenfalls ein vielfältiges Konvolut an Einladungs-, Tanz- und Mitgliedskarten des Sammlers, das kürzlich im Depot der städtischen Kunstsammlungen aufgefunden wurde. Es gewährt bewegende Einblicke in das Leben der Familie Hopf, die ganz selbstverständlich Teil der Nürnberger Gesellschaft war, mit ihr lebte, feierte, sich für sie engagierte, bis die Hopfs ab 1933 nicht mehr dazugehören durften und als Juden ausgeschlossen wurden.

Anhand ausgewählter Beispiele vermittelt die Online-Ausstellung Eindrücke über den Sammler, seine Verbundenheit mit seiner Heimatstadt und seinen Mitmenschen.

Ein Nürnberger unter Nürnbergern