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Vortrag

Sowjetische (links) und US-amerikanische Kriegsgefangene (rechts) im Lager Langwasser, 1944/45. Das Foto machte der Kriegsgefangene Eugene Murphy.Bildnachweis: Ryan Barr
Donnerstag, 28. Juni 2018, 18.30 Uhr

Das Reichsparteitagsgelände im Krieg.
Der Lagerkomplex in Nürnberg Langwasser

Vortrag von Hanne Leßau, Historikerin am Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände

Ab 1933 entstand im Süden Nürnbergs ein großes Areal zur Austragung der Reichsparteitage der NSDAP. Was aber geschah mit dem Gelände, als nach dem Kriegsbeginn 1939 keine Reichsparteitage mehr stattfanden? Noch im Herbst 1939 wichen die Zeltstädte zur Unterbringung der Parteitagsteilnehmer zahllosen Holzbaracken, Wachtürmen und Stacheldrahtzäunen: In kurzer Zeit entwickelte sich ein umfangreicher Lagerkomplex, in den bis zur Befreiung im April 1945 mehr als 200.000 Zivilisten und Kriegsgefangene aus West-, Süd- und Osteuropa verschleppt wurden. Die zum Teil langjährige Inhaftierung und vielfache Misshandlung der Gefangenen war Teil der rassistischen Kriegsführung und Vernichtungspolitik des NS-Regimes..

Hanne Leßau, Historikerin am Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände, erforscht die Geschichte dieser nationalsozialistischen Zwangslager im Rahmen eines internationalen Projekts. In ihrem Vortrag präsentiert sie erstmals zentrale Ergebnisse und zeigt anschaulich, dass das Reichsparteitagsgelände nicht nur als ein Ort der Propaganda des NS-Regimes in den 1930er Jahren verstanden werden muss, sondern auch als ein Ort von Zwang und Gewalt, des Leidens und Sterbens im Zweiten Weltkrieg.

Kostenlose Platzkarten können unter Telefon (0911) 231 - 75 38 reserviert werden. Die reservierten Karten müssen bis spätestens 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn an der Kasse des Dokumentationszentrums abgeholt werden.

Forschungsprojekt "Kriegsgefangene in Nürnberg"

Kosten
Eintritt frei