Deutsch-Polnische Wanderausstellung eröffnet

Angehörige des polnischen Kriegsgefangenen Zdzislaw Jaeschke und Kuratorin Hanne Leßau (links) am Eingang zur Ausstellung. Bildnachweis: CMJW

In Anwesenheit von Vertretern der Woiwodschaft, der deutschen Konsulin in Opole und Angehörigen ehemaliger Kriegsgefangener wurde am 2. September 2019 in Opole (Polen) eine Wanderausstellung des Dokumentationszentrums eröffnet. Die transportable Schau Das Reichsparteitagsgelände im Krieg. Gefangenschaft, Massenmord und Zwangsarbeit widmet sich den zehntausenden Kriegsgefangenen, die während des Zweiten Weltkrieges auf das Reichsparteitagsgelände gebracht wurden. Im Fokus stehen dabei Gefangene aus drei Ländern, die unter besonders prekären Bedingungen im Kriegsgefangenenlager Nürnberg-Langwasser interniert wurden: Soldaten aus Polen, Italien und der Sowjetunion. Die meisten mussten in der Landwirtschaft oder Rüstungsindustrie arbeiten – oftmals unter katastrophalen Bedingungen. Mehrere tausende starben in Nürnberg.

Die Ausstellung ist aus einem Forschungs- und Ausstellungsprojekt zur Geschichte des Reichsparteitagsgelände 1939 bis 1945 hervorgegangen, das seit 2017 in Kooperation mit dem Zentralen Museum der Kriegsgefangenen durchgeführt wird. Die nun eröffnete Schau ist ein wichtiger Schritt für das Dokumentationszentrum, in seine neue Rolle hineinzuwachsen: Künftig auch ein Ort der Information für Angehörige ehemaliger Gefangener zu werden und sie bei ihrer Suche nach Auskünften und Bitten um Schicksalsklärung über Länder-, Sprach- und Generationengrenzen hinweg zu unterstützen. Ein Ort der Verständigung und Begegnung mit Angehörigen zu werden, die sich über die bis heute fortdauernden Wunden und Brüche in ihrer Familiengeschichte austauschen möchten, welche Gefangenschaft und Tod verursacht haben. Ein Ort der Erinnerung an jene Menschen zu werden, die während des Zweiten Weltkrieges auf dem Reichsparteitagsgelände litten und starben.

Die Wanderausstellung ist Ende Oktober im Zentralen Museum in Opole zu sehen. Weitere Stationen in Polen und Deutschland folgen.

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt "Kriegsgefangene in Nürnberg"