Eine Gruppe von 4 Holzfiguren.
Stefan Schindlers immer figürliche Skulpturen kommen ohne die Fesseln korrekter Anatomie aus: Sie sind oft überlängt und haben häufig zu kleine Köpfe mit tierischem Gehörn, langen Ohren oder phantasievollen Kopfbedeckungen. Bei aller Masse und Statik wirken sie aber bewegt, ausdrucksstark und dramatisch. Bildnachweis: Ulrich Matz
Dienstag, 22. Oktober 2019, 15.30 Uhr

Plastische Kunst open-air

Die aktuelle Sonderausstellung ist willkommener Anlass, interessierten Museumsgästen bei einem geführten Rundgang vor dem Museum Tucherschloss und im Renaissancegarten die dort präsentierten zeitgenössischen Skulpturen zu erklären und nahe zu bringen.

Der Titel der Ausstellung "Zwischen den Welten" spielt bewusst auf die vielfältigen – teils gegensätzlichen – Aspekte im Werk des jungen fränkischen Holzbildhauers Stefan Schindler an. Bei genauer Betrachtung der als museale "Dauerausstellung im Freien" bereits seit Jahren im öffentlichen Raum vor dem Schloss sowie im Gartenbereich des Museums gezeigten Skulpturen, kann man hier einige Analogien erkennen: sei es hinsichtlich der Materialverwendung, der künstlerischen Arbeitsweise oder der inhaltlichen Intention.

Auf dem kleinen öffentlichen Platz vor dem Museum hat der vielfach ausgezeichnete Nürnberger Künstlers Hubertus Albrecht Dürers berühmten Meisterstich "Melencolia I" eindrucksvoll neuinterpretiert. In direkter Nachbarschaft findet sich eine Gemeinschaftsarbeit der (ehemaligen) Künstler- und Lebensgemeinschaft Heike und Helmut Hahn.
Beide Kunstwerke bilden einen spannenden Kontrast zu den Holzskulpturen des Chiemgauer Holzbildhauers Andreas Kuhnlein und des in Nürnberg arbeitenden Stefan Schindler, die dauerhaft und temporär im idyllischen Gartenbereich des Schlosses präsentiert werden.

Gewissermaßen zwischen den Materialien bewegt sich das Werk von Meide Büdel, deren Arbeit den Reigen der Skulpturen vor dem Tucherschloss komplettiert: Eichenholz durchdringt Stahl. Ganz bewusst setzt die Künstlerin hier Materialien ein, die im Laufe der Zeit ihre Beschaffenheit ändern und so beständig einen neuen Eindruck vermitteln.

Der international renommierte Künstler Andreas Kuhnlein wird mit zwei Werken auf dem Gartengelände des Tucherschlosses präsentiert. Die nicht kopierbare Einzigartigkeit jeder seiner Skulpturen zeichnet sich im Besonderen durch die stark zerklüfteten Oberflächen des mit der Motorsäge toten Holzstämme aus. Jedes drückt nicht nur Kuhnleins Inneres aus, sondern ist zudem ein Spiegelbild der Gesellschaft – und zwar ganzheitlich mit allen Schmerzen, Freuden, Hoffnungen, Gebrochenheiten, offenen Fragen und versteckten Botschaften.

Wichtiger Hinweis:
Die Skulpturen befinden sich im Außen- und Gartenbereich des Schlosses. Bei schlechtem Wetter werden Regenkleidung und Schirm notwendig sein.

Die Zahl der Teilnehmer ist auf 30 Personen begrenzt, Reservierungen können leider nicht vorgenommen werden.

Begleitprogramm zur Ausstellung
Zwischen den Welten. Holzskulpturen von Stefan Schindler


Bei Fragen zu dieser Führung oder für eine Sonderbuchung (für Gruppen ab mehr als 8 Personen) außerhalb der genannten Termine wenden Sie sich bitte direkt ans KPZ:
Abteilung II: Erwachsene und Familien
Tel. (0911) 13 31 - 238
erwachsene@kpz-nuernberg.de

Dauer
ca. 60 Minuten
Kosten
3 EUR Führungsgebühr pro Person (zzgl. zum Museumseintritt)
Partner
Kunst- und Kunstpädagogisches Zentrum der Museen in Nürnberg