Sonderpräsentation

Die Bildnisse von Hans VI. und Ursula Tucher, nach Jahrhunderten wiedervereint im Tucherschloss.
19. Dezember 2019 bis 22. März 2020

Nach Jahrhunderten wiedervereint!
Die Bildnisse von Hans VI. und Ursula Tucher

Für keine andere Nürnberger Familie sind schon für das 15. Jahrhundert so viele Bildnisse dokumentiert wie für die Tucher. Am bedeutendsten sind die Porträts von Hans VI. Tucher und seiner Frau Ursula aus der Werkstatt des Nürnberger Malerunternehmers Michael Wolgemut (1434/37-1519). Von dessen Mitarbeitern hat sich eine ganze Reihe von Bildnissen von Angehörigen der Nürnberger Oberschicht erhalten.

Der Kaufmann und Ratsherr Hans VI. Tucher (1428-1491) wurde vor allem durch seinen Reisebericht über seine gefahrvolle Pilgerreise ins Heilige Land berühmt. 1479 brach er gemeinsam mit seinem Ratskollegen Sebald Rieter von Nürnberg nach Jerusalem auf. 1480 kehrte er als "Ritter vom Heiligen Grab" hochdekoriert in seine Heimatstadt zurück, wo er mit allen Ehren empfangen und gefeiert wurde.
In erster Ehe war Hans VI. mit Barbara Ebner verheiratet. Von den gemeinsamen neun Kindern erreichten vier das Erwachsenenalter. Nach Barbaras Tod 1467 heiratete er in zweiter Ehe Ursula († 1504), Tochter des Patriziers Jakob Harsdörffer. Das genaue Hochzeitsdatum dieser kinderlosen Ehe ist unbekannt. Jedenfalls liegt es vor dem 24. Mai 1477.

Das Porträt des "Jerusalemfahrers" ist 1481 datiert und zeigt ihn im Alter von 53 Jahren. Das Gemälde befindet sich bis heute im Eigentum der Familie Tucher.
Das Bildnis der Ursula ist laut Inschrift dagegen bereits 1478 entstanden – also noch vor der Pilgerreise Hans' VI. Warum es so lange vor dem Porträt ihres Mannes gemalt wurde, ist ein bisher ungelöstes Rätsel. Vermutlich wurde es gemeinsam mit Albrecht Dürers Bildnis der Schwiegertochter von Hans VI., der durch den ehemaligen 20-DM-Schein bekannten Elsbeth Tucher, im frühen 17. Jahrhundert für die Sammlung der Landgrafen von Hessen-Kassel erworben. Im Inventar der Kasseler Gemäldesammlung ist es erstmals 1816 erwähnt.

Mit der Präsentation der erstmals seit Jahrhunderten wiedervereinten Ehepaar-Bildnisse von Hans und Ursula Tucher beteiligt sich das Museum Tucherschloss als Außenstation an der großen Jubiläumsausstellung "Michael Wolgemut – mehr als Dürers Lehrer" zum 500. Todestag des Nürnberger Malerunternehmers.
Weitere Informationen zur Ausstellung


Begleitprogramm zur Sonderpräsentation

Objektbetrachtungen mit Oliver Nagler M.A., Kunst- und Kulturpädagogisches Zentrum der Museen in Nürnberg (KPZ)

Termine:
Donnerstag, 16. Januar, 6. und 20. Februar, 12. März 2020, jeweils 16 Uhr

Kosten: 3 EUR zzgl. Museumseintritt


Erweiterte Öffnungszeiten während der Sonderpräsentation
Sonntag bis Donnerstag: 10-17 Uhr
Freitag und Samstag: geschlossen
Bitte beachten Sie die eventuell geänderten Öffnungszeiten an den Feiertagen 2019/2020 sowie an Fasching 2020.

Kosten
Außer dem Museumseintritt fallen im Museum Tucherschloss keine weiteren Kosten an.
Ein Kombiticket berechtigt am Tag des Erwerbs zum Besuch aller drei an der Ausstellung "Michael Wolgemut – mehr als Dürers Lehrer" beteiligten Museen (Albrecht-Dürer-Haus, Germanisches Nationalmuseum, Museum Tucherschloss und Hirsvogelsaal):
Kombi-Ticktet Einzelperson: 8 EUR
Kombi-Ticket Familie/Kleingruppe (mind. 3, höchstens 6 Personen, davon höchstens 2 Personen über 18 Jahre und bis zu 4 Personen unter 18 Jahre): 10 EUR
Der Eintritt in die Kirchen ist kostenfrei. Spenden willkommen.