Meisterwerke

Berthold IV. Tucher und seine Frau Anna, geb. Mendel, um 1550. Bildnis von einem Nürnberger Maler des 16. Jahrhunderts. Foto: Uwe Niklas

Bildnisse und andere Gemälde

Das Museum Tucherschloss zeigt mit seiner reichen Ausstattung die Lebensweise der vornehmen und einflussreichen Patrizierfamilie Tucher. Über das ganze Haus verteilen sich herausragende Bildnisse und andere Gemälde: Michael Wolgemut, der Lehrmeister Albrecht Dürers hat das Porträt Hans VI. Tucher, der als Autor eines Buches über seine Reise ins Heilige Land berühmt wurde, gemalt. Vom Dürer-Schüler Hans Schäufelein stammt das bemerkenswerte Diptychon der Tucherschloss-Erbauer Lorenz und Katharina Tucher. Das 1483 datierte Epitaph für Adelheid Tucher beeindruckt durch die topografisch erstaunlich präzise Wiedergabe der Stadt Jerusalem.

Bildnisse der Nürnberger Renaissance-Maler Lorenz Strauch, Nicolaus Juvenel und Nicolaus Neufchatel oder des Münchner Künstlerfürsten der Gründerzeit, Franz von Lenbach sowie ein großes barockes Altarblatt mit der Ecce-Homo-Darstellung von Matthäus Merian ergänzen die Sammlung.

Augsburger Kredenz mit geschnitzten Reliefdarstellungen alttestamentarischer Heldinnen, um 1550. Foto: Uwe Niklas

Mobiliar und Tapisserie

Ein nach Entwürfen Peter Flötners 1537 gearbeiteter, prachtvoller Säulenschrank im Speisezimmer ist das letzte Zeugnis der künstlerischen Arbeiten des bedeutenden Renaissance-Bildschnitzers im Tucherschloss. Überdies sind alle Räume mit qualitätvollem Mobiliar - verschiedenartige Schränke, Tische, Truhen, Stühle und Kredenzen - aus vier Jahrhunderten ausgestattet. An den Wänden hängen feine Verdüren und Wirkteppiche mit vegetabilen und tierischen Motiven aus Flandern und Frankreich; allesamt im 16. und 17. Jahrhundert gefertigt.

Das Tuchersche Tafelservice von Wenzel Jamnitzer und Pierre Reymond, 1558-1562.

Fayencen, Glas- und Goldschmiedekunst

Das Tucherschloss besitzt einen reichen Schatz an qualitativ hochwertigen Glaspokalen und -bechern, Delfter Fayencen und Erzeugnissen aus den in Nürnberg seit 1711 gegründeten Manufakturen.

Im großen Festsaal des zweiten Obergeschosses finden sich Beispiele des Besten, was Nürnbergs Goldschmiedekunst je hervorgebracht hat: ein versilberter und feuervergoldeter Hochzeitspokal - die so genannte "Doppelscheuer" - und das berühmte achtteilige, anschließend in Limoges emaillierte Tucher'sche Gießgeschirr. Beides schuf der bedeutendste Nürnberger Goldschmied des 16. Jahrhunderts, Wenzel Jamnitzer (1508-1585).

Teil der ursprünglichen Ausstattung im Festsaal sind die Glasfenster mit Darstellungen aus den antiken Götter- und Heldensagen, die um 1540 in der Werkstätte des Nürnberger Glasmalereimeisters Augustin Hirsvogel gefertigt wurden.

Das "Verkündigungsfenster" aus der Werkstatt Veit Hirsvogels in der Eingangshalle und die vier farbigen Glasscheiben des Zürcher Künstlers Christoph Murer mit dem Gleichnis vom Verlorenen Sohn (entstanden 1610) im Speisezimmer des ersten Obergeschosses gehören allerdings nicht zur Erstausstattung des Schlosses: Sie wurden ursprünglich für die Garten- bzw. Hauskapelle des Tucher-Anwesens in der Grasersgasse geschaffen.