Am Anfang war das Holz

Hauptwache, Erzgebirge, um 1870.

Die gewerbliche Herstellung von Holzspielzeug setzte im 16. Jahrhundert ein und entwickelte sich vorwiegend in den waldreichen Gegenden der Alpen, des Thüringer Waldes und im Erzgebirge. Alle diese Gebiete sind mit ihren charakteristischen Erzeugnissen vertreten:

Berchtesgaden, Oberammergau und das Grödnertal mit qualitätvoll geschnitzten und bemalten Tieren, Figuren, Puppen und Hampelmännern. Thüringen bot ein besonders vielfältiges Spielzeugsortiment. Hier kam nicht nur Holz, sondern vielfach auch Papiermaché für Puppenköpfe, Tierherden, Treppenläufer oder Pendelfiguren zum Einsatz. Im gesamten Erzgebirge wurde in Hausindustrie geschnitzt und gedrechselt. Mit der Entwicklung der Reifendreherei begann dort die Serienfabrikation von Tieren für die beliebten Archen und Bauernhöfe.

Die Spielwaren dieser Gegenden setzten Nürnberger Kaufleute als "Nürnberger Waren" weltweit ab. Aber auch in Nürnberg selbst wurden Holzspielsachen hergestellt. Zu sehen sind unter anderem gedrechseltes, fein bemaltes Miniaturgeschirr und Baukästen stadtbekannter Gebäude.

Kunststücke

Eine Sondervitrine zeigt die Entwicklung künstlerisch gestalteten Holzspielzeugs vom ersten Designwettbewerb 1903 bis zu aktuellen Preisträgern des Deutschen Designpreises für Holzspielzeug.

Arbeiten bekannter Künstler wie Lyonel Feininger, Emmy Zweybrück oder Antonio Vitali belegen den hohen Qualitätsstandard des Holzspielzeugdesigns im 20. Jahrhundert.