museen der stadt nürnberg

Die wichtigsten Ausstellungen und Veranstaltungen des Spielzeugmuseums im Jahr 2004.

Spielzeugmuseum

Archiv 2004

125 Jahre Anker-Steinbaukasten.

Steinzeit. 125 Jahre Anker-Steinbaukasten

21. November 2003 bis 18. April 2004

Anker-Steine sehen schön aus, fühlen sich gut an und riechen angenehm. Schon zu Kaisers Zeiten errichteten zahllose Kinder mit ihnen stolze Bauten in den Farben Rot, Gelb und Blau.

Die Brüder Gustav und Otto Lilienthal, der berühmte spätere Flugzeugpionier, brachten vor 125 Jahren die ersten "Kunstbausteine" aus Quarzsand, Kreide und Leinölfirnis auf den Markt. Populär machte das Jahrhundertspielzeug Steinbaukasten jedoch erst der Unternehmer Friedrich Adolf Richter aus Rudolstadt in Thüringen. Unter der Marke Anker machten seine Baukästen unzählige Kinder glücklich - und den Fabrikanten selbst steinreich.

Die Ausstellung "Steinzeit" zeigt prächtige Baukästen, beeindruckende Bauwerke wie z.B. eine erstmals errichtete, über zwei Meter lange Brücke sowie seltene Dokumente aus dem Fundus des Sammlers Tobias Mey.

Während der Ausstellung sind große und kleine Baumeister herzlich eingeladen, selbst aktiv zu werden und Stein auf Stein zu setzen.

Mensch ärgere dich nicht!

Mensch ärgere dich nicht! Geschichte eines Spieleklassikers

2. Juli 2004 bis 13. Februar 2005

Kein Spiel ist bekannter, in fast jedem Haushalt findet sich ein Exemplar: Seit 90 Jahren bewegt "Mensch ärgere Dich nicht" mit seiner genialen Mischung aus kinderleichten Regeln und unwägbarem Würfelglück die Gemüter unzähliger Spielrunden. Ärger und Spaß, Lachen und Weinen, Hoffnung und Enttäuschung liegen in diesem Spiel so nahe beieinander, dass sich kaum jemand diesem Wechselbad der Gefühle entziehen kann.

Die Sonderausstellung belegt mit zahlreichen Beispielen und Varianten aus bedeutenden Privatsammlungen die facettenreiche Geschichte dieses legendären Spieleklassikers. Sie beleuchtet die uralten indischen Wurzeln und zeigt europäische Vorläufer sowie zahlreiche Varianten und Kopien des Originals der Firma Schmidt-Spiele, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts in München entwickelt wurde. Selbstverständlich besteht auch die Möglichkeit, die eine oder andere Runde zu spielen und sich dabei nach Herzenslust zu ärgern.

Jahrmarktzauber.

Jahrmarktzauber. Spielwochen für Familien

30. April bis 13. Juni 2004

"Hereinspaziert zum Jahrmarktszauber!" heißt es bis Mitte Juni im Spielzeugmuseum Nürnberg. Sechs Wochen lang stehen Ausstellungsraum und Innenhof des Museums ganz im Zeichen von Volksfest und Jahrmarkt.

Die neue Veranstaltungsform themengebundener Spielwochen verbindet eine Ausstellung historischen Spielzeugs mit vielen Spiel- und Bastelangeboten. Wurfbude und Nagelbretter, Kegelspiel, Reifenwerfen und Angelspiel, Verkleiden, Schminken, Basteln und Malen bringen Spaß für die ganze Familie. Der besondere Clou: Betreut von den Museumspädagogen des KPZ verwandeln Schulklassen den Ausstellungsraum nach und nach in einen bunten Festplatz.

Auch andere Besucher sind herzlich eingeladen, sich mit selbst gestalteten Bildern, Girlanden oder Fahnen an der Verschönerung des Raums zu beteiligen. Zum Abschluss der Spielwochen steigt ein großes Museumsfest mit Clowns, Drehorgelmusik und Laterna-Magica-Vorführungen.

Seit Jahrhunderten ziehen Gaukler, Taschenspieler und Artisten durch die Lande, um Menschen auf Jahrmärkten und Volksfesten mit ihren Künsten zu unterhalten. Das fahrende Volk hatte viele Gesichter: Ringkämpfer und Athleten, Possenreißer und Spielleute, Seiltänzer und Kunstreiter, Puppenspieler und Bänkelsänger. Nicht fehlen durften Leute mit allerlei abgerichteten Tieren wie Bären, Affen, Hunden oder Schlangen. Daraus entwickelte sich schließlich das professionelle Schausteller- und Zirkusgewerbe, das bis heute mit aufwändigen Fahrgeschäften und Tierdressuren immer wieder neue Attraktionen bietet.

Im Kinderspielzeug ist die Welt von Jahrmarkt und Zirkus eines der beliebtesten Themen überhaupt. Schon im 19. Jahrhundert fanden optische und trickreiche Spielereien wie der Guckkasten, die Laterna magica oder der Zauberkasten ihren Weg von der Öffentlichkeit des Jahrmarkts in die Kinderzimmer. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kam Zirkusspielzeug in Mode. So war z.B. der "Humpty Dumpty Circus" von Albert Schoenhut mit Gliederfiguren aus Holz ein großer Erfolg. Das meiste Jahrmarkts- und Zirkusspielzeug wurde jedoch bis weit in die Mitte des 20. Jahrhunderts aus Blech gefertigt. Zur Freude der Kinder versetzten Federwerke industriell hergestellte Karussells, Clowns, Akrobaten und Tiere in lebensechte Bewegung. Nicht selten versuchten sich auch Bastler als Konstrukteure von Karussells, Schiffschaukeln oder Riesenrädern. Anregungen holten sie sich aus eigener Anschauung oder von historischen Darstellungen, wie sie auch im Museum zu sehen sind.

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