museen der stadt nürnberg

Wissenschaftliche Artikel zu Werken der Gemälde- und Skulpturensammlung.

Gemälde- und Skulpturensammlung

Themen - Aus der Forschung

Sabbatleuchter, Nürnberg, 18./19. Jahrhundert.

Sabbatleuchter

Nürnberg, 18./19. Jahrhundert
Material: Messing
H: 32,5 cm; Dm: 22,0 cm
Ohne Marke, nicht gepunzt

Datierung und Einordnung einer Neuerwerbung der Gemälde- und Skulpturensammlung
von Jasmin Roth

Der erworbene Sabbatleuchter, der wahrscheinlich im 18./19. Jahrhundert in Nürnberg hergestellt wurde, setzt sich aus einer sternförmigen Öllampe mit sechs Brennstellen und einem verschraubten, balustergegliedertem Schaft mit dreipassiger Hängeöse zusammen.
Vor allem im Spätmittelalter und in der Neuzeit wurden Sabbatleuchter oft als sternförmige Hängelampen angefertigt. Die Unterseite ist mit geschlagenem Kerbdekor verziert. Eine zum Leuchter dazugehörige Schale zum Auffangen von Öltropfen fehlt.

Als Tag der Ruhe und der Selbstbesinnung beginnt der jüdische Festtag Sabbat am Freitagabend und dauert bis zum Sonnenuntergang des nächsten Tages. Die jüdische Frau entzündet die Sabbat-Lichter bzw. den Leuchter und leitet somit den Sabbat ein.
Anschließend vollzieht der Hausherr die Segnung des Tages, den Kiddush, indem er einen mit Wein gefüllten Becher erhebt und dazu singt.

Bis um 1500 erarbeiteten sich Nürnberger Handwerker vor allem in der Metallverarbeitung einen europäischen Rang. Bis ins 17. Jahrhundert war Nürnberg das Zentrum des deutschen Messinggusses. Einsatzgewichte, Handfeuerspritzen, Bügeleisen, aber auch Kohlebecken, Leuchter und Lampen aus Messing wurden vielfach produziert und exportiert. Außerdem wurden verschiedene Arten religiöser Geräte in Nürnberg hergestellt, von denen eine Gattung das jüdische Kultgerät war. Die Herstellung von Judaica setzte Ende des 17. Jahrhunderts ein. In größerem Maßstab fand sie allerdings erst im 18. Jahrhundert statt und lässt sich bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts nachweisen. Christliche Meister stellten die jüdischen Kiddushbecher, Chanukka-, Hawdala-, Sabbatleuchter und anderes Kultgerät her, weil Juden lange Zeit kein Handwerk ausüben durften. Da Inschriften oftmals erst später hinzugefügt worden sind, ist es deshalb schwierig die Herkunft der hergestellten Objekte zurückzuverfolgen. Es ist anzunehmen, dass Judaica aus Nürnberg vorwiegend für Auftraggeber aus Franken produziert wurden.

Der vorliegende Sabbatleuchter ist eine wichtige Neuerwerbung für die Gemälde- und Skulpturensammlung, da er als jüdisches Kultgerät aus der Nürnberger Messingverarbeitung stammt und hiesige Handwerkskunst mit kultureller Vielfältigkeit verbindet.

Georg Christoph Bemmel (zugeschrieben): Hirschjagd vor Nürnberg.

Georg Christoph Bemmel (zugeschrieben)
Hirschjagd vor Nürnberg

nach 1803
Öl auf Leinwand,
Nicht signiert, nicht datiert
62 x 76.5 cm
Teilvergoldeter Holzrahmen

Datierung und Einordnung einer Neuerwerbung der Gemälde- und Skulpturensammlung
von Dr. Ursula Kubach-Reutter

Über viele Generationen war die Malerfamilie Bemmel in Nürnberg tätig. Mehr als zwanzig Künstler hat diese Malerdynastie vom 17. bis zum 19. Jahrhundert hervorgebracht.
Am bekanntesten sind der aus Utrecht eingewanderte Stammvater der Familie, Willem van Bemmel (1630-1708), und sein Sohn Peter von Bemmel (1685-1753). Zwischen 1630 und 1811 entstanden so zahlreiche Darstellungen mit Nürnberger Landschafts- und Ortsmotiven. Willem und Peter van/von Bemmel begründeten die ältere und jüngere "Nürnberger Schule der Landschaftsmalerei", die weiten Einfluss auf die Nürnberger Ausprägung dieser Malereigattung hatte.

Das neu erworbene Gemälde zeigt das für die Nürnberger Schule ungewöhnliche Motiv der "Hirschjagd" vor dem Hintergrund der Nürnberger Stadtsilhouette, gesehen vom Spittlertor aus. Einen guten Anhaltspunkt für die Datierung liefert die Wiedergabe der Kuppel der St. Elisabethkirche: Diese Kuppel wurde 1803 vollendet.

Vor diesem zeitlichen Hintergrund und aufgrund spezifischer malerischer Charakteristika und Motive kommt als Künstler einzig Georg Christoph Bemmel in Frage, der vermutlich am 12. Mai 1765 in Nürnberg geboren wurde und hier am 7. März 1811 verstorben ist.

Mit dem Erwerb des Gemäldes erhalten wir nicht nur eine der frühesten bildlichen Darstellungen der Kuppel von St. Elisabeth, sondern ein weiteres qualitätvolles Exponat dieser interessanten und für Nürnberg wichtigen Künstlerfamilie.

Wilhelm Ritter: Blick in den Westchor der Sebalduskirche.

Wilhelm Ritter, Blick in den Westchor der Sebalduskirche

Datierung und Einordnung einer Neuerwerbung der Gemälde- und Skulpturensammlung

von Ludwig Sichelstiel
(10.12.2008)

Aus dem Besitz einer Nürnberger Familie konnte die Gemälde- und Skulpturensammlung eine wertvolle Bereicherung Ihres Bestandes an Arbeiten der Nürnberger Künstlerfamilie Ritter erwerben...

Den vollständigen Artikel können Sie hier als PDF herunterladen.

Download Link Wilhelm Ritter, Blick in den Westchor der Sebalduskirche
PDF-Datei (55 KB)
<http://www.museen.nuernberg.de/download/download_skulturen/sichelstiel_20081210.pdf>

Peter von Bemmel: Kartäuserkloster in Nürnberg von Osten.

Nürnberg-Vedute von Bemmel identifiziert

von Dr. Andreas Curtius
(01.07.2008)

Im Rahmen des Projektes Generalrevision an den museen der stadt nürnberg konnte das Motiv eines Bildes aus der Gemälde- und Skulpturensammlung jetzt genauer bestimmt werden...

Den vollständigen Artikel können Sie hier als PDF herunterladen.

Download Link Nürnberg-Vedute von Bemmel identifiziert
PDF-Datei (55 KB)
<http://www.museen.nuernberg.de/download/download_skulturen/curtius_20080701.pdf>

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