
Wanderausstellung des Mathematikums in Gießen
für 4- bis 10jährige Kinder bzw. Schulklassen
zum Anfassen und Ausprobieren
22. Februar bis 28. März 2010
Die Ausstellung lädt ein, Mathematik einmal auf eine neue, verblüffende Weise kennen zu lernen. Über 20 Stationen laden ein zum spielerischen Entdecken, zum Ausprobieren, zum Tüfteln und Knobeln. Überraschende Experimente zeigen, wie spannend Mathe sein kann. Wer mag, kann sich in eine überdimensionale Seifenblase einhüllen und deren Volumen messen. An Knobeltischen kann man aus zwei Teilen einen Würfel zusammenbauen oder versuchen, bunt gefärbte Quadrate richtig anzuordnen. In einem begehbaren Spiegelhäuschen sieht sich der Besucher unendliche Male von allen Seiten und wird erstaunt feststellen, dass der direkte Weg nicht immer der schnellste ist. Mit einem Gespensterpuzzle können die Kinder Flächen erschließen.
22. Februar 2010, 15 Uhr
im Anschluss:
Einführung für Kindergärtnerinnen und Lehrkräfte
Zur Ausstellung werden Gruppenführungen (nach Anmeldung) angeboten. Wegen der zu erwartenden starken Nachfragen ist die Anmeldung für Gruppen obligatorisch.

Erwin Neupert, geboren 1928 in Ansbach
Leinengebundenes Tagebuch in Taschenformat (insgesamt 4 Bände)
1944/1945
Ein Zug fährt durch die Nacht. Es ist Ende Juli 1944. 37 Schüler von drei Gymnasien aus Erlangen, Ansbach und Bamberg, alle im Alter von 16 bis 17 Jahren, vertreiben sich die Zeit in ihrem Abteil mit Gesprächen, Tagebuchnotizen, Schachspielen. Hinter ihnen liegt der monatelange Einsatz an Flugabwehrgeschützen, die die Bomber der Alliierten bekämpfen. In wenigen Tagen werden sie Auschwitz erreichen, ihren neuen Einsatzort.
Beschrieben ist diese Szene in einem Schüler-Tagebuch, das zu den herausragenden Exponaten der Dauerausstellung des Schulmuseums Nürnberg zählt. In vier Notizheften im Taschenbuchformat - insgesamt über 180 DinA 4-Schreibmaschinenseiten - notiert der Erlanger Schüler Erwin Neupert zwischen 1943 und 1945 nahezu täglich das, was er unternimmt, erfährt und beobachtet.
Seinen besonderen Wert gewinnt Erwin Neuperts Tagebuch durch die intensive Schilderung seines Einsatzes als Flakhelfer zum Schutz des IG-Farben-Werkes Auschwitz-Monowitz.
Für interessierte Museumsbesucher, die mehr über das Tagebuch, den Autor und seine Geschichte erfahren möchten, haben sich die städtischen Museen ein ganz besonderes Serviceangebot einfallen lassen.
Im Rahmen der Präsentation des Oktober-Schaustücks bietet Dr. Matthias Rösch, Leiter des Schulmuseums, zwei kostenlose Spezialführungen mit Zeitzeugengesprächen mit Erwin Neupert an:
Weitere Informationen zu diesem Schaustück können Sie als PDF-Datei herunterladen.
Schaustück: Als Flakhelfer in Auschwitz - Das Tagebuch des Erlanger Schülers Erwin Neupert
PDF-Datei (1,6 MB)
<http://www.museen.nuernberg.de/download/download_schulmuseum/schaustueck_201010_flakhelfer_tagebuch.pdf>

Eine Ausstellung zur Bedeutung von Lehrerinnen und Lehrern
Am 30. Juni 2010 wurde der neue Ausstellungsraum von Dr. Marcel Huber, Staatssekretär des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, Prof. Dr. Julia Lehner, Kulturreferentin der Stadt Nürnberg, und Thomas A. H. Schöck, Kanzler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg eröffnet.
Der neue Raum widmet sich mit seiner Dauerausstellung der Bedeutung von Lehrkräften für Schüler, einem in der Öffentlichkeit aber auch in Forschung und Politik häufig diskutierten Thema. Dieses "Denkmal für die ideale Lehrkraft" haben Schülerinnen und Schülern mehrerer Schulen gestaltet, die in ihrer Arbeit von einem studentischen Projektseminar begleitet wurden.
Inspiriert wurde das Projekt von den Ideen und Plänen des Nürnberger Industriellen Johann Sigmund Schuckert. Er war Gründer und Leiter einer der größten elektrotechnischen Firmen Bayerns in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, dessen Unternehmen 1903 mit Siemens fusionierte und sich dadurch zu einem Weltkonzern entwickelte. Dieser Pionier des Industriezeitalters sah seine Berufswahl und seinen geschäftlichen Erfolg wesentlich auf der Förderung durch seinen Volkschullehrer Johann Friedrich Bauer begründet. Schuckert plante, ihm ein öffentliches Denkmal in Nürnberg zu errichten, das jedoch nie verwirklicht wurde.
Der neue Raum im Schulmuseum greift den Gedanken Schuckerts auf und bietet auf der Suche nach einer geeigneten Form der öffentlichen Anerkennung von Lehrern nun den Schülern die Möglichkeit, ihre eigene Sicht darzustellen. Drei Schulklassen haben im vergangenen Jahr und im Frühjahr 2010 über 100 künstlerisch gestaltete Bücher zum Thema angefertigt, von denen 15 ausgewählte Exemplare in der Ausstellung zu sehen sind. Darin stellen die Schülerinnen und Schüler ihre Vision eines guten Lehrers und einer guten Lehrerin dar, reflektieren Erfahrungen und beschreiben, zeichnen und fotografieren Lehrkräfte. Beteiligt waren Schülerinnen und Schüler des Zentrums für Körperbehinderung in Würzburg/ Heuchelhof, der Kerschensteiner-Grundschule in Schweinfurt und der Wilhelm-Sattler-Realschule in Schweinfurth. Prof. Dr. Rainer Goetz, Inhaber des Lehrstuhls für Kunstpädagogik an der Ludwigs-Maximilian-Universität Würzburg, hat mit seinen Studierenden die drei Schulprojekte moderiert und begleitet.
Das Engagement von Lehrerinnen und Lehrern wird in der Öffentlichkeit nicht selten ambivalent diskutiert. Die neue Ausstellung im Schulmuseum richtet sich gleichermaßen an Schüler, Lehrer und die breite Öffentlichkeit. Sie möchte dazu anregen, über das gegenseitige Verhältnis von Schülern und Lehrkräften nachzudenken und damit zur gesellschaftlichen Anerkennung von Lehrerinnen und Lehrern beitragen. Der Raum bietet außerdem die Möglichkeit, persönliche Schulerfahrungen und Vorstellungen zu reflektieren, sich an die eigenen Lehrkräfte zurückzuerinnern und ihnen damit Anerkennung zu bekunden.