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Schaustück des Monats

Schaustück des Monats März 2016: Die ZUSE Z23 Rechenanlage aus dem Jahr 1962. Bildnachweis: Informatiksammlung Erlangen ISER
1. bis 31. März 2016

Schaustück des Monats März 2016:
Die Zuse Z23

Wilhelm Schickard baute 1623 den ersten mechanischen Rechner. Konrad Zuse stellte 1937 mit der Z3 den ersten voll funktionsfähigen programmierbaren Rechner der Welt fertig. Der Tianhe-2, der zurzeit schnellste Computer der Welt, kann über 33 Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde ausführen.

Mit der Z3 von 1941 baute der Berliner Bauingenieur Konrad Zuse (1910-1995) den ersten funktionsfähigen Computer der Welt. Die spätere Z23 wiederum war die erste Maschine, die auf Basis von Transistoren realisiert wurde. Transistoren waren leistungsfähiger, weniger störanfällig und kleiner als Röhren, sodass der Computer kompakter wurde.

Die Rechner der Zuse KG waren die ersten, die innerhalb Deutschlands im größeren Maße Verbreitung fanden. Die Z23 wurde vor allem an deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen eingesetzt.

Um komplexe Berechnungen durchführen zu können, benötigt ein Computer einen schnellen Datenspeicher. Die seit den 1950er Jahren verwendeten Elektronenröhren waren kurzlebig und verbrauchten viel Energie. Sie wurden bald durch den leistungsfähigeren und zuverlässigeren Ringkernspeicher abgelöst. Durch ihre kostengünstige Produktion in Asien entwickelten sie sich schnell zum Standard. Auch für die Z23 verwendete Zuse einen Ringkernspeicher. Die späteren Großrechner der FAU, die CDC 3300 und die TR 440, verfügten ebenfalls über diese Art des Speichers. In den frühen 1970er Jahren wurde er durch den auf Halbleiterbasis entwickelte RAM-Speicher abgelöst.

Mit der zunehmenden Computerisierung entwickelten auch regionale Firmen wie Diehl, AEG oder Triumph-Adler eigene Rechenmaschinen und PC-Systeme für den heimischen Markt. Aber warum verloren die heimischen Firmen auf dem Gebiet des Rechnerbaus an Bedeutung? Ein Grund war, dass hierzulande, die Computer zunächst von Akademikern gebaut wurden, die damit ihren eigenen Bedarf deckten. Die Software war in der Forschung kostenlos. Die Firmen wendeten sich daher von der Rechnerentwicklung der reinen Softwareentwicklung zu. Als Folge wurden Standorte schlossen und Arbeitsplätze fielen weg. Die regionalen Entwicklungen haben zwar gezeigt, dass man in der Lage war, Rechner zu entwickeln, allerdings stellte sich der wirtschaftliche Erfolg nicht ein.

In den 1980er Jahren zog der Computer in den Privathaushalt ein. Der Homecomputer war ein günstiger Rechner, der mehr der Unterhaltung diente aber auch durch den Nutzer programmiert werden konnte. Nun kam auch erstmals "Otto Normalverbraucher" mit Computern und Informatik in Kontakt - bis dahin eine Domäne der Universitäten und Unternehmen.

Zwischen 1949 und 1969 baute Zuse in seiner Firma mehr als 250 Rechner und Plotter ehe er den Anschluss verpasste und vom Markt verschwand. Den Computer als Universalrechner sah er trotz aller Pionierleistungen und Erfolge nicht nur als technischen Segen: Die Einführung des Computers hat uns vor eine Reihe von Problemen gestellt, die früher kaum beachtet wurden, z.B. den Datenschutz. Wer sich damit näher befasst, weiß, dass der Teufel im Detail steckt. Mephisto steht überall grinsend dahinter… Die Menschheit und die Gesellschaft braucht die faustische Technik und den Computer. Ohne ihn sind die zukünftigen Probleme des Abendlandes nicht zu lösen.

Dieses "Schaustück des Monats" ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung
"Vom Abakus zur Exascale"

Führungen zum Schaustück des Monats: