Horst Haitzinger: Karikaturist am Sommerloch, 2003.
11. Juli bis 27. Oktober 2019

80 Jahre Haitzinger?!
Karikaturen für die Tagespresse

Rund 15000 Karikaturen "gehen auf sein Konto", so lautete Horst Haitzingers grobe Schätzung vor einigen Jahren. Wirklich gezählt hat er sie nie. Warum auch? Es ist immer die Zeitung von morgen, für die der Meister mit Bleistift, Tusche und Pinsel ans Werk geht. Die Schau zum 80. Geburtstag von Horst Haitzinger beleuchtet nun rund 50 Jahre seines Schaffens.

Seit den frühen 1960er Jahren arbeitet Deutschlands bekanntester Karikaturist für die Tagespresse, fokussiert aktuelle Themen aus Politik und Gesellschaft und nimmt dabei spontane "Aufreger" und Absurditäten aus den Niederungen des Alltags ebenso aufs Korn wie soziale Ungerechtigkeit, Parteienstreit, Krieg und Terror. Dies alles serviert er, satirisch auf den Punkt gebracht, dem geneigten Zeitungsleser seit Jahrzehnten pünktlich zum Frühstück.

Die Ausstellung wirft einen Blick zurück auf rund fünf Jahrzehnte seines Schaffens. Einige wenige "Simplicissimus"-Satiren aus den Anfangsjahren, als er, noch Student an der Kunstakademie, erste Erfolge erzielte, sind erhalten geblieben. Diese Raritäten sind ebenso Teil der Werkschau, wie eine Auswahl von "Spiegel"-Titeln. Die frühen Blätter für die Tagespresse hat Haitzinger kaum archiviert. Das habe ihn damals nicht interessiert, sagt er.

Sein unverkennbarer Stil entwickelt sich zusehends in den frühen 1970er Jahren, mit denen unsere Auswahl der Tageskarikaturen beginnt. Rund 120 Original Schwarzweiß-Tuschen werfen noch einmal Schlaglichter auf das Weltgeschehen von einst und heute. Der Besucher begegnet längst historischen Figuren der Innen- und Außenpolitik, Skandalen aller Couleur, aber auch Ereignissen, die selbst nach Jahrzehnten deutliche Erinnerungen wecken und immer noch sprachlos machen, wie etwa "Gladbeck" im Sommer 1988 - schaulustige Voyeure und eine Meute von Sensationsreportern, die zwei Geiselnehmern zum großen, landesweiten Auftritt verhalfen.

Kenner seiner Kunst wie auch Einsteiger sind eingeladen, ein wenig Denksport in der Ausstellung zu betreiben, ihr politisches Gedächtnis herauszufordern und dabei Vergangenheit und Gegenwart mit den Augen des großartigen Karikaturisten Horst Haitzinger zu betrachten.

Zu dieser Ausstellung gibt es auch ein museumspädagogisches Angebot für Schulklassen
Karikaturen analysieren, Karikaturen zeichnen

Kosten
Außer dem Museumseintritt fallen keine weiteren Kosten an.