Leben um 1900

Gewerbe- und Wohnräume

Hier findet der Besucher die Bereiche der eher privaten Lebenswelt

Die "Gute Stube" einer Arbeiterwohnung.

Die Arbeiterwohnung mit Wohnküche und "Guter Stube" gibt Einblicke in die Lebensverhältnisse von Arbeiterfamilien um die Wende zum 20. Jahrhundert. Friseursalon und Kolonialwarenladen ergänzen das Ensemble.

Zahnarztpraxis

Die Zahnarztpraxis mit Gerätschaften von 1900 bis ca. 1930.

Ein Blick auf die Entwicklung medizinischer Technik am Beispiel der Zahnheilkunde zeigt Maschinen, deren bloßer Anblick bereits Schmerzen verursacht. Fußbetriebener Bohrer, Lachgasnarkosegerät oder eine gegen Strahlung völlig ungeschützte Röntgenapparatur vermitteln einen Eindruck vom Einzug der Technik in die zahnärztlichen Praxen im frühen 20. Jahrhundert.

Arbeitervereinslokal

Als sich Nürnberg zur bayerischen Industriemetropole entwickelte, bildete sich parallel eine vielfältige und starke Arbeiterbewegung heraus.

Historisches Arbeitervereinslokal. Bildnachweis: Helmut Meyer zur Capellen

Die Museumseinheit beleuchtet das reichhaltige Leben der Arbeitervereinskultur. Wo sich früher Sänger, Sportler und Gewerkschaftler trafen, kann noch heute zu besonderen Anlässen Bier gezapft und am Tresen von 1906 getrunken werden.

Elektrifizierung des Haushalts

Unter dem Motto "Alles Elektrisch" wird dem Thema Technisierung und Elektrifizierung des Haushalts eine Museumseinheit gewidmet. Kochen, Waschen, Bügeln, Putzen - das sind nur wenige Stichworte der Schau.

Die "sprechende Küche".

Ein Hörbild, präsentiert in drei Stationen auf einer Drehbühne, versetzt den Besucher in die Jahren 1900 - 1930 - 1960. Mit Licht- und Toneffekten inszeniert, erlebt der Besucher die Verschwörung von Herd, Kühlschrank und Konsorten gegen die Hausfrau. Die humorvolle Schau erzählt die Entwicklung seit der Jahrhundertwende. Eine integrierte Ausstellung zeigt Exponate aus der Entwicklung der Haushaltsgeräte.

Museumskino: "Noris-Theater"

In der Teilrekonstruktion des "Noris-Theaters", des ersten ortsfesten Nürnberger Kinos, stehen die Nürnberger Kinogeschichte, aber auch die Geschichte des Mediums Film an sich im Mittelpunkt. Im Kinofoyer steht, als besonderes Glanzlicht, die Askania Filmkamera des Nürnberger Filmpioniers Philipp Nickel von 1925.

Das Museumskino rekonstruiert mit Original-Mobiliar des "Noris-Theaters", des ersten Nürnberger Lichtspielhauses.

Nickel dokumentierte in den 1920er und 1930er Jahren u. a. die wichtigsten Firmen der Region sowie zahlreiche stadtgeschichtlich relevante Ereignisse. Neben Filmen zu verschiedenen stadtgeschichtlichen Themen wird auch ein Film über Philipp Nickel und die Nürnberger Kinogeschichte im Kinosaal des "Noris-Theaters" (35 Plätze) vorgeführt. Objekte, Plakate und Fotos ergänzen die Rückschau auf die große Zeit der Filmpaläste und "Pantoffelkinos ums Eck".

Gezeigt werden im wöchentlichen Wechsel die Filme

"Die Fürther Straße – Schauplatz steten Wandels"
(gerade Kalenderwochen)

"Wenn ich sonntags in mein Kino gehe – Die Geschichte des Noris-Filmtheaters Nürnberg"
(ungerade Kalenderwochen)

Filmstart jeweils zur vollen Stunde zwischen 10 und 16 Uhr
Dauer ca. 45 Minuten
Der Besuch ist im Museumseintritt enthalten.
Kurzfristige Änderungen vorbehalten.

Historisches Klassenzimmer

Auf der anderen Seite der Museumsstraße - Alltag und Freizeit zugeordnet - befindet sich ein originales Klassenzimmer der Jahrhundertwende.

Unterricht im historischen Klassenzimmer.

Hier wird fast täglich "Unterricht um 1910" gehalten. Staunend erleben Schulklassen von heute den nicht immer vergnüglichen Schulalltag ihrer Großelterngeneration am eigenen Leibe. Das Klassenzimmer ist durch ein Treppenhaus mit dem Schulmuseum verbunden.