Pilotprojekt: Kennenlern-Familientage im Museum Industriekultur

Gemeinsam mit der Friedrich-Wilhelm-Herschel-Grundschule und der Jugendsozialarbeit an Schulen erprobt das Museum Industriekultur im Oktober und November 2019 ein neues pädagogisches Format: Damit sich die ersten Grundschulklassen nach dem Schulstart besser kennenlernen können, treffen sie sich im Museum Industriekultur und gestalten ein "Museum für einen Tag". Hier präsentieren die Kinder ausgewählte Stücke aus ihren eigenen Sammlungen, darunter Playmobil-Figuren, Steine, Fußballbildchen oder Sand aus dem Urlaub. Vorab hat ein Museumsmitarbeiter die Schulklasse besucht und die Aufgaben eines Museums vorgestellt.

Die Schülerinnen und Schüler erfahren, welche Berufe es im Museum gibt, was hinter den Ausdrücken "Sammeln" – von einer Sache besonders viel besitzen – und "Ausstellen" – von diesen vielen Sachen nur eine zeigen – bedeutet. Außerdem zeigt er den Kindern auf spielerische Art, welche Regeln es in einem Museum gibt und warum es wichtig ist, Handschuhe zu tragen, wenn man ein Museumsobjekt berührt – alles wichtige Informationen, da es für viele der erste Besuch im Museum Industriekultur sein wird und für manche sogar der erste Besuch in einem Museum überhaupt.

Für die Schulklassen ist der Kennenlern-Familientag ein guter Anlass, den Zusammenhalt der für das erste Schuljahr gerade frisch zusammengewürfelten Gruppe zu stärken. Die Lehrkraft lernt die Eltern der Kinder kennen, kommt ungezwungen mit ihnen ins Gespräch und baut dadurch Bindungen auf, auf die im Laufe der kommenden Schuljahre auch in problematischen Situationen zurückgegriffen werden kann. Auch die Eltern untereinander können sich hier besser kennenlernen und austauschen. Das Museum als "dritter Ort" neben der Schule bietet hierfür das perfekte Umfeld. Ganz nebenbei lernen die Gäste das Museum und seine Sammlungen kennen und verlieren Schwellenängste.

"Wow, das ist ja fast wie bei einer Zeitreise!", staunt ein Kind der ersten Klasse, als Simon Schütz vom Museum Industriekultur ihm Bilder aus der Dauerausstellung des Museums zeigt. Genau diese Begeisterung für das Museum möchte das Projekt bei den Kindern wecken. Dass dies mit diesem Format gelingt, zeigen die vielen positiven Rückmeldungen.

Nach der Erprobungsphase werden die Erfahrungen des Pilotprojekts ausgewertet. Wenn das Format trägt und es organisatorisch möglich erscheint, ist eine Verstetigung dieses Programmangebots zu Beginn des nächsten Schuljahres geplant. Dies wird rechtzeitig bekannt gegeben und kann dann von allen interessierten Klassen gebucht werden.

An der Friedrich-Wilhelm-Herschel-Grundschule werden seit einigen Jahren solche Kooperationsprojekte durchgeführt. Die Finanzierung erfolgt durch die Stadtteilkoordination Gibitzenhof-Rabus.