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Vortrag

Postkarte zur Gründung des Völkerbunds, 1920. Bildnachweis: Deutsches Historisches Museum, Berlin, PK 96/537, Foto: S. Ahlers
Donnerstag, 14. Juni 2018, 19 Uhr

Der überforderte Frieden
Versailles und die Welt 1918 bis 1923

Wie kamen Menschen, Gesellschaften und Staaten 1918 aus dem Krieg? Was für Vorstellungen verbanden sie mit dem Frieden und dem Versprechen einer neuen Ordnung? Wie verändert sich das Verständnis der Geschichte des 20. Jahrhunderts, wenn man nach dem globalen Charakter des Nachkriegs fragt? Der Erste Weltkrieg führte als totalisierter Krieg zu einer beispiellosen Dynamik von globalen Erwartungen, Hoffnungen und Projektionen, die sich auf den künftigen Frieden bezogen. Doch die vom amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson erhoffte Friedensordnung im Zeichen des nationalen Selbstbestimmungsrechts, der Demokratie und einer kollektiven Sicherheitsarchitektur erwies sich als brüchig. Weder wurde der Nationalstaat zum Akteur kollektiver Sicherheit, noch wurde die Internationale der Friedenswahrung eine Realität.

Der Vortrag beleuchtet die Friedenskonferenzen und Verträge als Schnittpunkte politischer Kommunikation und damit auch symbolischer Inszenierung für ganz unterschiedliche Akteure: für Politiker und Militärs genauso wie für Völkerrechtler, Geographen, Ethnologen und Ökonomen. Nicht zuletzt bildeten Journalisten eine besonders wichtige Gruppe, denn die Pariser Friedensverhandlungen stellten das bis dahin größte Medienereignis des 20. Jahrhunderts dar.

Prof. Dr. Jörn Leonhard ist Historiker und Direktor des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte Westeuropas an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Er forscht und lehrt zur Geschichte Europas und der Vereinigten Staaten, zum Liberalismus und Nationalismus. Seine Darstellung des Ersten Weltkriegs ("Die Büchse der Pandora", C.H. Beck 2014) wurde vielfach ausgezeichnet. Im Herbst 2018 erscheint seine Arbeit zu den Friedensschlüssen ("Der überforderte Frieden. Versailles und die Welt 1918 bis 1923", C.H. Beck).

Ort der Veranstaltung
Memorium Nürnberger Prozesse, Saal 600

Um Anmeldung wird gebeten unter Tel (0911) 321 - 7 93 72 oder per E-Mail
memorium@stadt.nuernberg.de

Veranstaltungsreihe "Der Preis des Friedens"

Kosten
Eintritt frei