Der Nürnberger Kaufmann Leo Katzenberger wurde 1942 vom Sondergericht wegen "Rassenschande" zum Tode verurteilt. Bildnachweis: Privatbesitz
Samstag, 16. März 2019, 11 bis 13 Uhr

Mörderische Justiz:
Der Fall Leo Katzenberger

Im März 1942 verurteilt Dr. Oswald Rothaug, der Vorsitzende Richter des Nürnberger Sondergerichts, den jüdischen Kaufmann Leo Katzenberger wegen "Rassenschande" zum Tode. Fünf Jahre später saßen Rothaug und weitere Vertreter der NS-Justiz im selben Gerichtssaal – dem Saal 600 – auf der Anklagebank. Der Fall Katzenberger ist beispielhaft für die häufig praktizierte Rechtsbeugung und die Justizmorde im NS-Staat.

Einer Führung durch die Ausstellung folgt die Analyse der Anklageschrift, der Zeugenaussagen und Verteidigungsstrategien im Juristenprozess, einem der Nachfolgeprozesse im Nürnberger Justizpalast, der vor einem amerikanischen Militärtribunal stattfand. Die wechselhafte Rechtsgeschichte des Justizpalastes wird anhand der Geschichte des Todesurteils zu Leo Katzenberger verdeutlicht. Leo Katzenberger diente als Inspiration für bekannte Filme wie "Das Urteil von Nürnberg" (Kramer 1961), "Leo und Claire" (Vilsmaier 2002) und das Buch "Der Jude und das Mädchen" von Christiane Kohl.

Um Anmeldung wird gebeten unter Tel (0911) 321 - 7 93 72 oder per E-Mail
memorium@stadt.nuernberg.de

Die Führung ist Teil des Programms der Woche der Brüderlichkeit 2019.

Partner
Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Franken e.V.