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Vortrag

Demonstration gegen die Bedingungen des Versailler Friedensvertrags in Berlin, März 1919. Bildnachweis: ullstein bild 00011143
Donnerstag, 12. Juli 2018, 19 Uhr

Das lange Ende des Ersten Weltkriegs
Europa 1917 bis 1923

Die Brutalität des Ersten Weltkriegs ist in der kollektiven Erinnerung Europas fest verankert. Fast völlig vergessen ist hingegen das Leid, das die zahlreichen (Bürger-)Kriege, Vertreibungen, Pogrome und gewaltsamen Auseinandersetzungen nach dem Waffenstillstand vom 11. November 1918 über weite Teile des Kontinents brachten. Von Russland, der Ukraine und den Staaten Osteuropas, von Deutschland und Österreich bis zum Balkan und in den Mittleren Osten wurde um das Erbe der zerbrechenden Reiche gerungen und für eine neue politische Ordnung getötet. Die nicht enden wollenden Kämpfe der Zwischenkriegszeit kosteten nicht nur Millionen Menschenleben, sie hinterließen unter den Überlebenden ein explosives Erbe: schwache Staaten, traumatisierte und hasserfüllte Bevölkerungsgruppen sowie Politiker und Militärs, die nur auf die nächste Gelegenheit warteten, um Rache zu üben.

Europas gewaltsamer Übergang vom Krieg zum Frieden in den Jahren 1917 bis 1923 ist das Thema dieses Vortrags, der sich besonders auf die Gewalterfahrungen der Verlierer des Weltkriegs und die Nachfolgestaaten der untergegangenen Imperien der Hohenzollern, Habsburger, Osmanen und Romanows konzentriert.

Prof. Dr. Robert Gerwarth ist Historiker, Professor für Moderne Geschichte und Gründungsdirektor des Zentrums für Kriegsstudien am University College Dublin. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Geschichte der politischen Gewalt im 20. Jahrhundert. Die 2017 in Deutschland erschiene Studie "Die Besiegten. Das blutige Erbe des Ersten Weltkriegs" (Siedler) ist in zahlreiche Sprachen übersetzt worden.

Ort der Veranstaltung
Memorium Nürnberger Prozesse, Saal 600

Um Anmeldung wird gebeten unter Tel (0911) 321 - 7 93 72 oder per E-Mail
memorium@stadt.nuernberg.de

Veranstaltungsreihe "Der Preis des Friedens"

Kosten
Eintritt frei