Informationen zu Umbau und Neugestaltung

Zukunftspläne des Memoriums

Das Memorium Nürnberger Prozesse wurde im November 2010 unter großer internationaler Beteiligung eröffnet. Mittlerweile besuchen jedes Jahr mehr als 100.000 Gäste aus aller Welt die Dauerausstellung und nach Möglichkeit den historischen Gerichtssaal der Nürnberger Prozesse. Bisher war der Saal nur an verhandlungsfreien Tagen im Rahmen des Ausstellungsrundgangs zugänglich, was in der Vergangenheit immer wieder zu Enttäuschungen geführt hat. Für die Zukunft plant das Memorium jedoch umfassende Erweiterungen, die sowohl die Dauerausstellung und den Saal 600 als auch die Bedingungen für die Bildungsarbeit und Angebote des Besucherservice umfassen.

Eine wichtige Grundlage für diese Erweiterung schuf 2016 die Unterzeichnung eines Nutzungsvertrags mit dem Freistaat Bayern, durch den das Memorium Nürnberger Prozesse erheblich vergrößerte Flächen erhält. Der Vertrag sieht vor, dass der zweite Stock im Ostbau des Justizpalastes zukünftig weitgehend als Ausstellungsfläche dient, während im ersten Stockwerk Seminar- und Büroräume untergebracht werden. In das Erdgeschoss zog die Internationale Akademie Nürnberger Prinzipien als unmittelbarer Nachbar des Memoriums ein. Ein weiterer Grundstein für den Ausbau des Memoriums wurde mit dem Ankauf des vor dem historischen Gebäude befindlichen Werkstatt- und Garagengrundstücks an der Fürther Straße durch die Stadt Nürnberg geschaffen. Bis zur Errichtung des Besucherzentrums wird die ehemalige Werkstatt interimsweise als Wechselausstellungsort genutzt. Mehr Informationen finden Sie unter
Cube 600

Die Erweiterung des Memoriums ist in drei Bereichen geplant:

1. Erweiterung der Dauerausstellung

Die aktuell auf Flächen im Dachgeschoss beschränkte Dauerausstellung wird sich zukünftig zusätzlich über einen Großteil des 2. Obergeschosses erstrecken. Dadurch wird nicht nur nahezu eine Verdoppelung der Ausstellungsfläche erreicht, sondern beispielsweise auch das historische Beratungszimmer der alliierten Richter zugänglich gemacht.

2. Museale Ausstattung des Saal 600

Seit März 2020 wird der Saal 600 nicht mehr für Gerichtsverhandlungen genutzt. Mit Freigabe durch die Nürnberger Justiz wird der Saal in seiner mehr als einhundertjährigen Nutzungsgeschichte erstmals vollständig von seinem ursprünglichen Zweck entkoppelt. Damit endet ein jahrzehntelanger Wandlungsprozess vom Gerichtssaal zum Erinnerungsort.

Da der Gerichtssaal in den 1960er Jahren massive bauliche Veränderungen erfahren hat, soll in Zukunft eine multimediale Präsentation den Saal in seinem historischen Zustand zur Zeit der Nürnberger Prozesse wiederaufleben lassen. So ist es möglich, einerseits die bestehende Bausubstanz weitgehend zu erhalten und trotzdem einen anschaulichen Einblick in den Saal von 1945/46 zu gewährleisten.

3. Bau eines Besucherzentrums

Auf dem Werkstatt- und Garagengrundstück vor dem Eingang des Memoriums ist ein Besucherzentrum geplant, in dem, neben einem Eingangsbereich mit Kasse und den üblichen Serviceangeboten, u.a. die Schaffung von Seminarräumen und Flächen für Sonderausstellungen vorgesehen ist. Über diese verfügt das Memorium Nürnberger Prozesse derzeit nur in einer limitierten Weise.

Praktische Hinweise:

Der genaue Beginn der Baumaßnahmen steht noch nicht fest.

Ab Beginn der Baumaßnahmen ist zeitweise mit Einschränkungen im Betrieb zu rechnen. Wir werden uns jedoch darum bemühen, diese so kurz und störungsarm wie möglich zu halten. Dabei kann es im weiteren Verlauf auch zu einer temporären Schließung der Dauerausstellung kommen. Während dieses Zeitraums wird es allerdings ein Ersatzangebot geben. Es gibt also immer etwas zu sehen!

Selbstverständlich werden wir Sie hier stets auf dem Laufenden halten und rechtzeitig informieren, sobald wir genauere Informationen haben.

Wir freuen uns über Ihr Interesse!