Allgemeines zu den Kunstsammlungen

Joachim von Sandrart, Das Friedensmahl zu Nürnberg am 25.9.1649, Öl auf Leinwand, 1650, Detail: Selbstbildnis Sandrarts.

Die Kunstsammlungen der Stadt Nürnberg zählen zu den ältesten und größten kommunalen Kunstbeständen des deutschsprachigen Raumes.

Bereits im 15. Jahrhundert verwahrte man geschenkte und erworbene Kunstwerke in der Ratsbibliothek. Doch schon früh gelangte die Stadt in den Besitz wirklicher Spitzenstücke: 1526 schenkte Albrecht Dürer sein spätes Hauptwerk, die „Vier Apostel“, dem Rat seiner Vaterstadt. Für ein Jahrhundert waren sie neben den Reichskleinodien regelrechte Attraktionen, die man hochgestellten Gästen und Kunstfreunden voller Stolz zeigte. 1627 mussten sie zwar an Kurfürst Maximilian von Bayern abgetreten werden, doch machte Dürers Beispiel Schule: Durch Schenkungen, Stiftungen und Vermächtnisse aus dem Patriziat, von den Künstlern der Stadt, durch diplomatische Geschenke von Gästen des Stadtstaates, durch Stiftungen und Legate von mit Nürnberg verbundenen Persönlichkeiten wuchsen die Bestände schnell zu einer bedeutenden Kunstsammlung an. Förderung von Kunst und Wirtschaft, Qualitätskontrolle durch Probestücke bei Erlangung der Meisterwürde, sowie die repräsentative Ausstattung von Amtsräumen waren Beweggründe für den Nürnberger Rat, Gemälde-, Bildhauer- und Goldschmiedearbeiten sowie wissenschaftliche Instrumente zur weiteren Mehrung seines Kunstbesitzes zusammenzutragen.

Seit 2013 firmieren die "Gemälde- und Skulpturensammlung" und die 1971 gegründete "Graphische Sammlung" gemeinsam als "Kunstsammlungen der Stadt Nürnberg".

Ein Teil der Kunstschätze wird im Stadtmuseum Fembohaus dauerhaft präsentiert; vieles ist als Leihgabe in zahlreichen Museen, öffentlichen Räumlichkeiten und bei Sonderausstellungen zu sehen. Das Gros der Objekte wird jedoch in Depots verwahrt.