Bildnis Ursula Haller, geb. Grundherr

Monogrammist JHF (?): Bildnis Ursula Haller

Monogrammist JHF (?)

1668
Öl auf Leinwand
Bildmaße: 83,5 x 62,5 cm

Das weibliche Bildnis, in Öl auf Leinwand (Leinwand doubliert, in neuerem Rahmen im Stil des 17. Jahrhunderts), trägt das Wappen der Familie Grundherr und die Inschrift "ANNO 1668, AETATIS 66", und ein Künstlermonogramm. Aufgrund des sich daraus ergebenden Geburtsdatums (1602) lässt sich die Dargestellte identifizieren: es handelt sich um Ursula Haller, geb. Grundherr (1602–1681), verheiratet mit Hans Albrecht Haller (vgl. Peter Fleischmann, Rat und Patriziat in Nürnberg, Nürnberg [2008], S. 527). Ein Bildnis Hallers als Pendant ist ziemlich sicher anzunehmen. Das Monogramm hingegen, lesbar evtl. als JHF oder JFH, vielleicht auch JHT oder JTH, konnte leider nicht identifiziert werden. Ein Träger eines solchen Monogramms ist für die Zeit 1668 in den einschlägigen Monogrammisten-Lexika nicht nachgewiesen. Auch die Listen der in Nürnberg nach der "Mahler-Ordnung" tätigen Maler enthalten für die betreffende Zeit keinen Träger dieser Initialen. Stilistisch und historisch ist ein auswärtiger Künstler allerdings wenig wahrscheinlich. Auch Graphiken nach Bildnissen Hans Albrecht Hallers oder seiner Frau ließen sich leider nicht feststellen.

Das Bild befand sich einst im Besitz des Juweliers und Kommerzienrats August Merklein, 1865-1940. Eine Notiz auf der Rahmenrückseite besagt, dass das Bild von ihm wegen der Darstellung des Schmuckes gekauft wurde. Die auffällige Tracht der Zeit, mit Spitzenkragen, Ketten und der großen Pelzhaube, im Bild genau wiedergegeben, begegnet auch in einem Stich des Jakob von Sandrart nach einem Gemälde von 1664 von Ruprecht Hauer, das Magdalena Edel, geb. Fürleger zeigt. Rupprecht Hauer scheidet für unser Bild als Künstler allerdings aus, da er bereits 1667 starb.

Geschenk aus Nürnberger Privatbesitz, 04.11.2015.