museen der stadt nürnberg

Nürnberg als Hochburg der Zweiradindustrie - davon zeugt die Sammlung historischer Fahrräder und das Motorradmuseum: Hier sind legendäre Maschinen der Firmen Victoria, Hercules, Mars, Ardie, Zündapp etc. ausgestellt.

Museum Industriekultur

Themen - Zweiräder

Die Sammlung historischer Fahrräder.

Fahrradgeschichte

Als das Fahrrad im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts als Hochrad von England auf den Kontinent kam, waren Fertigungsstätten mit entsprechend qualifiziertem Arbeiterstamm die wichtigste Voraussetzung für seine massenhafte Herstellung.

Hier bot sich Nürnberg mit seiner Vielzahl metallverarbeitender Betriebe in idealer Weise an. Und als sich das Fahrrad zum ersten individuellen Massenverkehrsmittel der Welt entwickelte, wurde Nürnberg zu einer Hochburg seiner Produktion. Daran erinnern im Museum zahlreiche historische Fahrräder und ein authentischer Fahrradladen aus den späten 1920er Jahren.

Eingang ins Motorradmuseum.
Eine frühe "Victoria".

Motorradmuseum Ardie, Mars und Co.

Die Motorradproduktion in Nürnberg setzte im Jahr 1901 ein, als einige Nürnberger Fahrradhersteller anfingen, mit der Motorisierung ihrer Produkte zu experimentieren. Wenig später brachten die Firmen Victoria und Hercules ihre ersten Maschinen auf den Markt.

Jedoch erst in den 1920er Jahren begann der eigentliche Aufschwung der Motorradherstellung. Die Nürnberger Zündapp-Werke erkannten frühzeitig den zunehmenden Trend zur Motorisierung und begründeten 1922 mit einem "Motorrad für Jedermann" ihre spätere Marktführerschaft. Andere Hersteller zogen nach.

Die Weltwirtschaftskrise und das Ende der Weimarer Zeit überlebten nur sieben Nürnberger Motorradhersteller. Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde das Motorrad ein Symbol der Kriegsmaschinerie. Nach Kriegsende und vorübergehenden Produktionsverboten liefen bald wieder legendäre Maschinen von den Bändern der Nürnberger Hersteller. Die KS 601 von Zündapp - häufig mit Beiwagen - ging als "Grüner Elefant" in die Geschichte ein.

Mit dem Wirtschaftswunder der fünfziger Jahre trat das Auto immer mehr in Konkurrenz zum Motorrad. Das große Sterben der Nürnberger Zweiradproduktion war nicht mehr aufzuhalten.

Dem ehemals bedeutendsten Nürnberger Motorradhersteller, den Zündapp-Werken, ist eine eigene kleine Museumseinheit gewidmet. Hier sind Weltrekordmaschinen, Prototypen, Einzelstücke und Versuchsmodelle zu bewundern. Ergänzt wird die Dauerpräsentation durch regelmäßige Sonderveranstaltungen, Markentreffen und andere Zweiradveranstaltungen.

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