museen der stadt nürnberg

Entlang der Museumsstraße präsentieren sich historische Ensembles und stellen eine Verbindung von Technik-, Kultur- und Sozialgeschichte her.

Museum Industriekultur

Themen - Museumsstraße

Die Museumsstraße - das Herzstück der ehemaligen Schraubenfabrik.

Kultur und Industrie

Entlang der Museumsstraße präsentieren sich historische Ensembles und stellen eine Verbindung zwischen Technik-, Kultur- und Sozialgeschichte her. Auf der einen Seite dokumentieren Museumseinheiten wie z.B. ein Dampfmaschinenhaus oder eine Druckwerkstatt das Arbeitsleben im industriellen Zeitalter. Auf der anderen Straßenseite spiegeln Wohnräume oder ein Kino den Alltag außerhalb von Fabrik und Kontor. Das Museum schreibt die Entwicklung bis in die Gegenwart fort und wirft einen Blick in die Zukunft.

Nicht die großen historischen Ereignisse wie Kriege oder politische Umwälzungen stehen im Mittelpunkt, sondern das Leben der Menschen aller Gesellschaftsschichten: ihr Alltag, ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen, ihre Art zu feiern, sich zu bilden, sich zu erholen, ihre Kunst und Kultur, die Zusammenhänge des privaten und öffentlichen Lebens. Dies alles ist verwoben mit der Darstellung der Geschichte der Industrialisierung in Nürnberg - dort, wo im 19. Jahrhundert das industrielle Herz Bayerns schlug.

Die Gipsmühle.

Gipsmühle

Den Auftakt der Museumsstraße, dem Bereich Arbeit und Technik zugeordnet, bildet eine Gipsmühle, die einst die Wasserkraft der Pegnitz als Energiequelle nutzte. Sie steht für zahlreiche wasserkraftbetriebene Anlagen aus vorindustrieller Zeit wie Mühlen, Hammerwerke und vieles andere.

Das Modell des Nürnberger Kettensteges.

Kettensteg

An die Zeit vor der Industrialisierung erinnert das Modell des Nürnberger Kettensteges - eine der ersten Eisenbrücken in Deutschland. 1824 wurde der Kettensteg unmittelbar vor der alten Fronfeste beim Hallertor vom Nürnberger Mechanikus und Lehrer an der Polytechnischen Schule, Konrad Georg Kuppler, erbaut. Zu dieser Zeit verbreiteten technische Zeitschriften wie "Dinglers Polytechnisches Journal" die Kunde von neuartigen Brücken aus Gusseisen oder geschmiedeten Eisenketten, eine eigentliche Theorie des Hängebrückenbaus existierte jedoch noch nicht.

Kuppler orientierte sich daher an den nur wenigen, im Journal publizierten Konstruktionszeichnungen und ging vor allem empirisch vor, indem er sein "mit Umsicht und Gründlichkeit nach allen Gesetzen der Statik und Mechanik" ausgeführtes Brückenmodell umsetzte. Der am 30. Dezember 1824 fertiggestellte Kettensteg wurde zum technischen Vorbild für die Hängekonstruktionen zahlreicher Brücken.

Die Maschinenbauanstalt.

Maschinenbauanstalt J.W. Spaeth

Eine Zweizylinder-Kolbendampfmaschine und eine transmissionsbetriebene kleine Maschinenhalle erinnern im Museum an den ehemaligen  Mühlarzt  Johann Wilhelm Spaeth: Aus seiner Maschinenfabrik stammt die ausgestellte kleine Dampfmaschine, die auch vorgeführt werden kann. Bei Spaeth waren überwiegend Handwerker beschäftigt, die, auf eigene Rechnung, zumeist in geringen Stückzahlen produzierten. Die Dampfmaschine, die in nur zwei Exemplaren hergestellt wurde, tat mit 15 PS im Nürnberger Eisenbahn-Ausbesserungswerk ihren Dienst.

Die gewaltige MAN-Tandemdampfmaschine.

Dampfmaschinenhalle

Anders als in der Spaeth’schen Maschinenbauanstalt setzte man bei MAN, vormals Cramer Klett, konsequent auf fabrikmäßige Fertigung. Im Museum symbolisiert dies vor allem die gewaltige MAN-Tandemdampfmaschine, deren rund 1100 Pferdestärken einst eine ganze Walzstraße des Eisenwerks Julius Tafel mit Kraft versorgten. Bei Vorführungen setzt sich der stählerne Koloss auch heute noch eindrucksvoll in Bewegung. Stromgenerator und Turbine waren weitere Motoren der Industrialisierung.

In der Druckwerkstatt.

Druckwerkstatt

In der vollständig betriebsbereiten Bleisatz-Druckerei im Stil der 1930er Jahre wird eine alte Technik wieder lebendig, die mit dem Einzug des Computers verschwunden ist. Bei den Vorführungen erfahrener Drucker können die Besucher selbst Hand anlegen und beispielsweise neue Visitenkarten gestalten und drucken.

Die Exponate aus der Nürnberger Knopffabrik.

Die Nürnberger Knopffabrik

Das Museum Industriekultur hat 2011 umfangreiches Schrift- und Objektmaterial der ehemaligen Nürnberger Knopffabrik, vormals Gebrüder Herzfelder übernommen. Dieses interessante und auch bewegende Kapitel Nürnberger Industriegeschichte wird nun als kleines Highlight der Sammlung bis auf weiteres in der Museumsstraße präsentiert. Eine Auswahl von Gegenständen aus Fabrik und Lager, Originaldokumente, Fotos und Produkte von den Anfängen bis zur Schließung erinnern den Besucher an einen Industriebetrieb, wie es in Nürnberg keinen zweiten gab.

Lauf-, Rad- und Motorsport bekommen ihren Auftritt.

Faszination Geschwindkeit

Das Museum Industriekultur besitzt eine der bundesweit größten Sportsammlungen, die von Nürnbergs Vergangenheit als Sporthochburg zeugt, aber auch überrregionale Bedeutung hat. Die neue Museumseinheit zeigt eine Auswahl von Objekten, die zu den geschwindikeitsorientierten Sportarten Laufen, Radsport und Motorsport gehören .Sie erzählt von der Rennbahn im Reichelsdorfer Keller und vom Norisring; beides zentrale Orte, an denen sich Nürnberger Sportgeschichte ereignete. Die Präsentation knüpft die Verbindung bis zur Gegenwart. Sie ist zugleich ein Beispiel dafür, wie weitere Teile der Sportsammlung in einem eigenen Sportmuseum ins Licht der Öffentlichkeit treten könnten.

Telekommunikation - eine unterhaltsame Revue.

Technikrevue

Fast völlig in Vergessenheit geraten ist Nürnbergs Vorreiterrolle auf dem Gebiet der Telekommunikation sowie der Rundfunk- und Fernsehtechnik. Diese verdankte die Stadt nicht zuletzt der Süddeutschen Telefonapparate, Kabel und Drahtwerke AG (TeKaDe), die einst Deutschlands erste Fernseher baute.

Anhand von mehr als 500 Objekten zeigt das Museum den Weg vom "klassischen" elektrotechnischen Unternehmen in das Zeitalter moderner Kommunikation. In einer ungewöhnlichen Dramaturgie treten zentrale Leitobjekte der Telekommunikation als Darsteller in einem DVD-Video-Theater auf. Ein bekannter Moderator führt dabei durch die Geschichte der Telekommunikation. Der Besucher erlebt nicht nur ein spannendes Kapitel der Technikgeschichte, es wird ihm zudem ein Hörbild deutscher Geschichte des 20. Jahrhunderts vermittelt.

Nach der Revue schließt sich ein Gang durch die materialreiche Sammlung an.

Ankunft in der Gegenwart - Strukturwandel und Automatisierung als Thema im Museum.

Strukturwandel und Automatisierung

Der Gang durch 200 Jahre Nürnberger Geschichte entlang der "Zeitachse" Museumsstraße führt bis in die Gegenwart und endet nun in einer neuen und technisch aufwändig gestalteten Museumseinheit. Sie zeigt die Entwicklung Nürnbergs von der Industriestadt zu einer Hochburg von Dienstleistung, Wissenschaft, Forschung und Bildung. Dieser Strukturwandel hat Verlierer und Gewinner. Traditionsreiche Firmen und Branchen haben sich den Anforderungen der Globalisierung entsprechend verändert und sind gestärkt aus ihr hervorgegangen. Daneben sorgen ein starker Mittelstand, eine ganze Reihe von "Hidden Champions" (Meistern im verborgenen) und neue Unternehmen wie etwa die DATEV oder die GfK dafür, dass die absolute Zahl an Arbeitsplätzen nicht gesunken ist. Heute ist Nürnberg der Mittelpunkt einer europäischen Metropolregion.

In diesen thematischem Zusammenhang gehört auch eine Geschichte des PC, die Erfindung von mp3 oder ein Roboter aus der LKW-Motorenproduktion - alle inhaltlichen Bausteine sind um die zentralen Themen Strukturwandel und Automatisierung gruppiert. Die eingesetzten Medien entsprechen dem neuesten Stand und für einige attraktive Stationen gilt: Anfassen erwünscht!

Historisches Klassenzimmer.

Historisches Klassenzimmer

Auf der anderen Seite der Museumsstraße - Alltag und Freizeit zugeordnet - befindet sich ein originales Klassenzimmer der Jahrhundertwende. Hier wird fast täglich "Unterricht um 1910" gehalten. Staunend erleben Schulklassen von heute den nicht immer vergnüglichen Schulalltag ihrer Großelterngeneration am eigenen Leibe. Das Klassenzimmer ist durch ein Treppenhaus mit dem Schulmuseum verbunden.

Die historische Zahnarztpraxis in Aktion.

Zahnarztpraxis

Ein Blick auf die Entwicklung medizinischer Technik am Beispiel der Zahnheilkunde zeigt Maschinen, deren bloßer Anblick bereits Schmerzen verursacht. Vor der Praxis steht ein zahnärztliches Klinemobil, dessen Auftauchen auf den Schulhöfen der 1950er und 1960er Jahre ganze Schülergenerationen in Angst und Schrecken versetzte.

Kolonialwarenladen.

Gewerbe- und Wohnräume

Hier findet der Besucher die Bereiche der eher privaten Lebenswelt: Die Arbeiterwohnung mit Wohnküche und "Guter Stube" gibt Einblicke in die Lebensverhältnisse von Arbeiterfamilien um die Wende zum 20. Jahrhundert. Friseursalon und Kolonialwarenladen ergänzen das Ensemble.

Arbeitervereinslokal.

Arbeitervereinslokal

Als sich Nürnberg zur bayerischen Industriemetropole entwickelte, bildete sich parallel eine vielfältige und starke Arbeiterbewegung heraus. Die Museumseinheit beleuchtet das reichhaltige Leben der Arbeitervereinskultur. Wo sich früher Sänger, Sportler und Gewerkschaftler trafen, kann noch heute zu besonderen Anlässen Bier gezapft und am Tresen von 1906 getrunken werden.

Trikot von Max Morlock, Weltmeisterschaft 1954.

1. FCN

Auch die Geschichte des 1. FCN spiegelt sich in der Sportsammlung des Museum Industriekultur. Neun Deutsche Meisterschaften und vier Pokalsiege für den Club, unvergessene Siege und tragische Niederlagen - der Club ist neben Schalke 04 wohl der Traditionsverein in Deutschland. Die erste Vereinschronik aus dem Jahr 1900, das Weltmeisterschaftstrikot von Max Morlock von 1954, der Endspielball von 1961 oder die Taktikskizze von Trainer Hans Meyer vor dem 3:0-Sieg gegen Bayern München im Februar 2007 lassen die schillernde Geschichte des Vereins seit seiner Gründung lebendig werden.

Küche um 1900.

Haushalt: Alles elektrisch

Unter dem Motto "Alles Elektrisch" wird dem Thema Technisierung und Elektrifizierung des Haushalts eine Museumseinheit gewidmet. Kochen, Waschen, Bügeln, Putzen - das sind nur wenige Stichworte der Schau.

Ein Hörbild, präsentiert in drei Stationen auf einer Drehbühne, versetzt den Besucher in die Jahren 1900 - 1930 - 1960. Mit Licht- und Toneffekten inszeniert, erlebt der Besucher die Verschwörung von Herd, Kühlschrank und Konsorten gegen die Hausfrau. Die humorvolle Schau erzählt die Entwicklung seit der Jahrhundertwende. Eine integrierte Ausstellung zeigt Exponate aus der Entwicklung der Haushaltsgeräte.

Das Museumskino: "Noris-Theater".

Museumskino: "Noris-Theater"

In der Teilrekonstruktion des "Noris-Theaters", des ersten ortsfesten Nürnberger Kinos, stehen die Nürnberger Kinogeschichte, aber auch die Geschichte des Mediums Film an sich im Mittelpunkt. Von der Camera obscura über die Laterna magica zum Bänkelsang, vom Jahrmarktskino zum Filmpalast - so lauten die Entwicklungslinien. Im Kinofoyer steht, als besonderes Glanzlicht, die Askania Filmkamera des Nürnberger Filmpioniers Philipp Nickel von 1925. Nickel dokumentierte in den zwanziger und dreißiger Jahren u. a. die wichtigsten Firmen der Region sowie zahlreiche stadtgeschichtlich relevante Ereignisse. Ein Film über Philipp Nickel und die Nürnberger Kinogeschichte wird im Kinosaal des "Noris-Theaters" (35 Plätze) vorgeführt. Objekte, Plakate und Fotos ergänzen die Rückschau auf die große Zeit der Filmpaläste und "Pantoffelkinos ums Eck".

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