Die historische Architektur

Baumeister des Pellerhauses war der renommierte Bamberger Architekt Jakob Wolff d. Ä., der das Anwesen in einem auffälligen, gotisch-manieristischen Mischstil errichtete. Der Entwurf des markanten Dachstuhls geht auf Peter Carl zurück. Die beeindruckende Fassade stach dadurch deutlich aus der Nürnberger Architekturlandschaft des 16. und 17. Jahrhunderts heraus: Anstelle der üblichen traufständigen Bauweise orientierte sich das Pellerhaus nämlich an den aufwändigen Fassaden der Handelshäuser des norddeutschen Raums. Neben der kostbaren Inneneinrichtung – die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs überlebt hat unter anderem das "Schöne Zimmer", das heute im Stadtmuseum im Fembo-Haus zu bestaunen ist – galt vor allen Dingen der Innenhof als sehenswert. Über den ebenerdigen Arkaden erhoben sich dort auf drei Hofseiten zweigeschossige Galerien, die auf der vierten Seite an die kunstvolle Giebelfassade des Rückgebäudes anschlossen.

Nachdem das Pellerhaus im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört worden war und für einen Wiederaufbau die finanziellen Mittel fehlten, wurde 1956/57 an seiner Stelle ein funktionaler Mehrzweckbau nach Plänen von Fritz und Walter Mayer errichtet. Unter Einbeziehung der spärlichen Reste des früheren Pellerhauses – erhalten blieben unter anderem die Fassade des Erdgeschosses sowie die Eingangshalle – entstand ein Gebäude im typischen Stil der Nachkriegsjahre, das als Magazin, Archiv und Bibliothek genutzt wurde. Um dem Platzbedarf dieser Einrichtungen gerecht zu werden, musste das "neue" Pellerhaus nach Osten hin auf das Grundstück des ehemaligen Imhoffhauses erweitert werden, welches ebenfalls den Bombenangriffen des Zweiten Weltkriegs zum Opfer gefallen war.

Erhalten wurde auch der historische Innenhof des Pellerhauses. Allerdings blieb dieser für lange Zeit ein ruinenhafter, freistehender Fremdkörper im Innern des neuen Mehrzweckbaus. Erst 2005 wurde auf Initiative des Steinmetzes Harald Pollmann und der Altstadtfreunde Nürnberg e.V. ernsthaft über seine originalgetreue Rekonstruktion nachgedacht, mit der drei Jahre später dann auch tatsächlich begonnen werden konnte. Das rund 4,5 Millionen Euro teure Projekt wurde fast ausschließlich durch private Spenden finanziert und nach einer zehnjährigen Bauzeit erfolgreich vollendet. Seit Juli 2018 kann der Innenhof des Pellerhauses wieder in seiner ursprünglichen Pracht bewundert werden.