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Schaustück des Monats

Schaustück des Monats August 2018: Conrad Wießner: Der Dutzendteich bei Nürnberg. Bildnachweis: Museen der Stadt Nürnberg, Kunstsammlungen
Donnerstag, 30. August 2018, 16 Uhr

Schaustück des Monats August 2018:
Vom Idyll zum Industriegebiet und zurück.
Der Dutzendteich bei Nürnberg

Spezialführung mit Dr. Andreas Curtius, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Kunstsammlungen der Stadt Nürnberg

Künstler: Conrad Wießner (1796–1865)
Datierung: Um 1820/25
Technik: Öl auf Leinwand
Eigentümer: Kunstsammlungen der Stadt Nürnberg, Inv.-Nr. Gm 1595

Der Dutzendteich wurde bereits im Mittelalter angelegt, um Fischzucht zu ermöglichen und Mühlen anzutreiben, die bis ins 19. Jahrhundert bestanden. Kaiser Ludwig der Bayer gestattete 1337 der Forstmeisterfamilie Waldstromer, die im Besitz des Geländes war, das Wasser zu "gestemmen", und Karl IV. verfügte 1347, "sie mögen machen Mühl und Mühlhäuser und Hofraith". Von Anfang an und vermehrt seit der Romantik nutzten die Nürnberger das Gelände auch als Ausflugsziel, wie die Kahnpartie in der Mitte des Sees erkennen lässt.

Durch die dominierenden Bäume im Vordergrund und die gelblich schimmernden Nachmittagswolken verleiht Wießner der Szenerie eine romantische Stimmung. Das Gebiet war zu der Zeit noch ganz abgeschieden von der Stadt und von Wald und Wiesen umgeben.

Die Ansicht zeigt das Nordufer des Teiches von der Halbinsel aus, auf der später einmal die Kongresshalle stehen würde. Rechts erkennt man das Gasthaus der Dutzendteich-Park AG, links die Mühlen am Ausfluss des Teiches. Diese wurden um 1825 von Johann Wilhelm Späth und seinem Bruder erworben. Johann Wilhelm Späth baute sie zu einer mechanischen Kunstmühle um. 1831–35 verlegte Späth seine mechanische Werkstätte aus Wöhrd hierher; aus ihr wurde die erste Maschinenfabrik Bayerns. Entscheidend hierfür war der hinreichende Platz für spätere Erweiterungen der Fabrik und die vorhandene Wasserkraft. Die Führung wird auch der weiteren Geschichte des Geländes nachgehen.

Kosten
Eintritt frei