Die Kopien der Reichskleinodien im Stadtmuseum im Fembo-Haus. Foto: Uwe Niklas
Donnerstag, 26. April 2018, 16 Uhr

Das ist die Krönung!
Nürnberg und die Reichskleinodien

Führung mit Ulrike Heß

Am 22. März 1424 wurden die Reichskleinodien auf Geheiß von Kaiser Sigismund und getarnt als unscheinbarer Heringstransport von Blindenburg in Ungarn nach Nürnberg überführt. Dort verwahrte man den Reichschatz fast 400 Jahre lang diebstahlsicher in einem Schrein im Chorgewölbe der Heilig-Geist-Kirche. Jedes Jahr wurde der Kronschatz kurz nach Ostern auf dem Hauptmarkt öffentlich gewiesen. Doch da sich die Stadt schon 1525 zur Reformation bekannte und diese Weisungen der Reichskleinodien sofort abschaffte, kühlte das Verhältnis zu den katholischen Habsburgern nachhaltig ab. Was blieb, war der schwebende Schrein, der an die Vorzugsstellung der Freien Reichsstadt erinnerte und nur für die "Ausleihe" zu den deutschen Kaiser- und Königskrönungen herabgeholt wurde.

1796 war aber auch das vorbei: Zum Schutz vor den französischen Revolutionstruppen brachte man die Stücke erst nach Regensburg und schließlich nach Wien. Dort befinden sie sich heute noch. Alle Bemühungen um eine Rückholung blieben ergebnislos. Allerdings wurden die Reichskleinodien auf Befehl Hitlers ab 1938, nach der Annexion Österreichs, noch einmal in Nürnberg gezeigt.

Führungsreihe "Kunst-Geschichten"

Kosten
Außer dem Museumseintritt fallen keine weiteren Kosten an.