Albrecht Dürer: Das Frauenbad, 1496. Federzeichnung (Det.). Bremen, Kunsthalle.
Donnerstag, 24. Januar 2019, 18.30 Uhr

Dürers "Frauenbad" und "Bademädchen" als Anfänge der Genremalerei

Vortrag von Prof. Dr. Jürgen Müller, Dresden

Albrecht Dürers Bremer Zeichnung eines "Frauenbads" von 1496 gehört gemeinsam mit dem "Bademädchen" aus Bayonne zu seinen frühen Genrebildern. Allerdings gilt es festzuhalten, dass dabei die klassische Aufgabe einer Aktdarstellung mit einer alltäglichen Verrichtung verbunden wird. Darüber hinaus geht mit der Darstellung weiblicher Nacktheit in beiden Zeichnungen ein erotischer Aspekt einher, der deutlich ins Auge sticht. Im "Frauenbad" ist er Künstler sogar darum bemüht komische Aspekte hinzuzufügen. Er zeigt hübsche und weniger hübsche Frauen unterschiedlichen Alters und erzielt über den Kontrast einen witzigen Kommentar. Der Vortrag will das "Frauenbad" in einen kunsttheoretischen Zusammenhang stellen und fragt nach Dürers christlicher Konzeption der Genremalerei und kontextualisiert diese Anfänge mit späteren Arbeiten der Beham-Brüder.

Jürgen Müller hat den Lehrstuhl für Kunstgeschichte der Frühen Neuzeit an der Technischen Universität Dresden inne. Er ist Spezialist für Pieter Bruegel d. Ä. und forscht insbesondere zum Thema Genrekunst und Subversivität, hat aber auch einen Schwerpunkt in Foto- und Filmgeschichte.

Ort der Veranstaltung:
Dürer-Saal im Albrecht-Dürer-Haus

Kosten
Eintritt frei