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Reichsparteitage im Urteil des Auslandes

Karikatur „Die Meistersinger von Nürnberg“ in L'Œvre vom 7. September 1938. Bildnachweis: Universitätsbibliothek Erlangen

Vor allem in den ersten Jahren ist das NS-Regime stark auf die Außenwirkung seiner Entscheidungen bedacht. Hitler und seine Gefolgsleute wissen, dass ihre Ziele durch die Reaktionen der Regierungen des Auslands gefährdet werden können. Die nationalsozialistische Politik setzt deshalb auf eine Mischung aus Offensive und Defensive, aus kaum verhüllten Drohungen und gleichzeitigen taktischen Friedensbeteuerungen.

Neben den Olympischen Spielen von 1936 in Berlin bieten die alljährlichen Reichsparteitage die Gelegenheit, das "Dritte Reich" nach außen zu präsentieren. In Nürnberg soll  vor allem die große Zustimmung der Deutschen zum Nationalsozialismus deutlich werden.

Die Anwesenheit von offiziellen Vertretern des Auslands, von Diplomaten und Botschaftern lässt allerdings in den ersten Jahren zu wünschen übrig. Großbritannien und Frankreich entsenden erst 1937 ihre Botschafter nach Nürnberg; die USA folgen ein Jahr später.

Auch das Echo in der ausländischen Presse bleibt gespalten. In den demokratischen Staaten Europas und Nordamerikas werden der in Nürnberg zum Ausdruck kommende Militarismus und der hemmungslose Einsatz der Propaganda-Maschinerie kritisiert. In diktatorisch oder autoritär regierten Ländern wie in Italien, der Sowjetunion oder Österreich spiegelt die Berichterstattung dagegen meist nur  die Beziehungen der jeweiligen Regierungen zum "Dritten Reich" wider.

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