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Reichsparteitag als Ritual

Nächtliche Kundgebung der Politischen Leiter der NSDAP auf dem Zeppelinfeld mit "Lichtdom", 10. September 1937.

Die Reichsparteitage dienen der inneren und äußeren Selbstdarstellung und sollen die "Volksgemeinschaft" und den "Führer"-Myhos in Szene setzen. Paraden, die Allgegenwart der Uniformen und militärische Vorführungen stehen in direktem Bezug zur Kriegsvorbereitung des NS-Staates. Vor allem aber appellieren die Reichsparteitage an die Gefühle der Teilnehmer und Zuschauer. Politik soll hier nicht begriffen oder verstanden, sondern "erlebt" werden.

Die Inszenierung wird zur politischen Botschaft. Seit 1933 laufen die Parteitage weitgehend nach den gleichen Ritualen ab. Massenaufmärsche, militärische Darbietungen, Reden, Tagungen der NS-Organisationen, Propagandaausstellungen, Volksfeste, Feuerwerke sowie Konzerte und Opernaufführungen füllen die Tage.

Bei ihrer Selbstdarstellung bedient sich die NSDAP vieler Traditionen. Christliche und mutmaßlich germanische Bräuche gehören ebenso dazu wie militärische Rituale, Elemente der bürgerlichen Festkultur, politische Ausdrucksformen der Arbeiterbewegung oder Inszenierungen des italienischen Faschismus.

Weiterlesen: Organisation der Reichsparteitage

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