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Nürnberg als "Stadt der Reichsparteitage"

Ausschnitt eines Plakats zu einer Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum 1937. Bildnachweis: Stadtarchiv Nürnberg

Nürnberg – keine andere deutsche Stadt steht mehr im Zeichen des Nationalsozialismus. Neben dem ab 1933 entstehenden Reichsparteitagsgelände bildet vor allem die Altstadt mit der Kaiserburg die willkommene Kulisse, vor der sich die NS-Machthaber propagandistisch in Szene setzen.

Für die Wahl als Veranstaltungsort der Reichsparteitage von 1927 und 1929 hatten zunächst politische und praktische Gründe gesprochen: Die Nationalsozialisten verfügten in Nürnberg und Mittelfranken schon früh über eine starke Basis, zudem wurden sie durch den staatlichen Polizeidirektor unterstützt.

Nürnbergs Vergangenheit als Reichsstadt und als Stadt mittelalterlicher Reichstage ließ sich leicht im Sinn der nationalsozialistischen Reichsidee umdeuten. In Potsdam, dem  Symbol-Ort des preußischen Staats, hatte Hitler im März 1933 in einer pompös inszenierten Veranstaltung den Eindruck zu erwecken versucht, in der Tradition des alten Preußen zu stehen. In Nürnberg präsentiert sich das NS-Regime unter dem Schlagwort "Von der Stadt der Reichstage zur Stadt der Reichsparteitage". Damit behaupten die Nationalsozialisten, die deutsche Geschichte zu vollenden.

Nürnberg als Industrie- und Arbeiterstadt wird von ihnen dabei fast vollständig ausgeblendet.

Weiterlesen: Der Bau des Reichsparteitagsgeländes

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