Das Reichsparteitagsgelände

An 23 Stellen auf dem Gelände informieren Schautafeln in Deutsch und Englisch über das Areal am Dutzendteich vor 1933, über Bauten und Inszenierungen für die nationalsozialistischen Reichsparteitage und den Umgang mit dem Gelände nach 1945. Ein Rundgang mit den Standorten 1 bis 9 dauert ca. 90 Minuten. Der Plan auf dieser Seite gibt einen ersten Überblick über das Gelände.

<strong>Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände</strong><br />Im Dokumentationszentrum informiert die Dauerausstellung "Faszination und Gewalt" über die Geschichte des Nationalsozialismus und der Reichsparteitage.<strong>Innenhof Kongresshalle</strong><br />Die unvollendete Kongresshalle, geplant für den Parteikongress der NSDAP mit 50.000 Menschen, ist eines der größten erhaltenen Gebäude aus der Zeit des Nationalsozialismus. Sie zeigt das Scheitern der großangelegten Pläne der Nationalsozialisten.<strong>Volksfestplatz/ Große Straße</strong><br />Die 60 Meter breite und eineinhalb Kilometer lange Große Straße sollte als zentrale Aufmarschstraße die Achse des Geländes bilden und ist heute noch erhalten.<strong>Deutsches Stadion/ Grundstein</strong><br />Hier sollte für die "NS-Kampfspiele" das Deutsche Stadion entstehen, mit über 400.000 Plätzen die damals größte Arena der Welt. Die Grundsteinlegung war 1937. Heute ist der Teilaushub für das Stadion mit Wasser vollgelaufen und bildet den Silbersee.<strong>Großer Dutzendteich</strong><br />Der Dutzendteich war seit dem 19. Jahrhundert ein beliebtes Ausflugsziel. Ein Teil der bereits im 14. Jahrhundert angelegten Teichfläche wurde für den Bau der Kongresshalle trockengelegt.<strong>Stadion</strong><br />Das 1928 fertiggestellte Städtische Stadion diente während der Reichsparteitage als Versammlungsort der Hitlerjugend. Bis heute wurde es mehrmals umgebaut.<strong>Zeppelintribüne</strong><br />Die nur noch teilweise erhaltene Haupttribüne entstand nach dem Vorbild des antiken Pergamonaltars. Am 22. April 1945 hielten die Amerikaner hier ihre Siegesparade ab. Anschließend sprengten sie das Hakenkreuz; 1967 ließ die Stadt Nürnberg die Pfeilergalerien abbrechen.<strong>Zeppelinfeld</strong><br />Das fast quadratische Aufmarschgelände ist größer als zwölf Fußballfelder. Hier fanden unter anderem Aufmärsche von Reichsarbeitsdienst und Wehrmacht, aber auch aufwendige Inszenierungen wie der Lichtdom statt.<strong>Gaststätte Gutmann am Dutzendteich</strong><br />Das Gasthaus ist seit dem 19. Jahrhundert ein beliebtes Ausflugsziel.<strong>Luitpoldhalle</strong><br />Die ehemalige Ausstellungshalle von 1906 mit 16.000 Plätzen wurde während der Reichsparteitage für den Kongress der NSDAP genutzt, jedoch 1942 durch Bomben zerstört.<strong>Luitpoldhain</strong><br />Schon 1927 und 1929 fanden hier Versammlungen der NS-Parteitage statt. Der Umbau zur Luitpoldarena mit Tribünen erfolgte 1933 bis 1936; Rückbau in einen Park nach 1945.<strong>Ehrenhalle</strong><br />Ab 1929 bezogen die Nationalsozialisten die städtische Ehrenhalle für die Toten des Ersten Weltkriegs in die Inszenierung ihres Totenkults am "Tag der SA und SS" mit ein.<strong>Bahnhof Dutzendteich</strong><br />Der ehemalige Bahnhof Dutzendteich (1934 – 1936 ausgebaut) war einer von vielen Anfahrtsbahnhöfen für das Reichsparteitagsgelände.<strong>Zeppelintribüne Rückseite</strong><br />Im Inneren des Mittelbaus befindet sich eine Durchgangshalle, deren Decke mit Goldmosaiken verziert ist. Von 1985 bis 2001 wurde hier die Ausstellung "Faszination und Gewalt" gezeigt.<strong>Umspannwerk und Arbeiterunterkünfte</strong><br />Für die Stromversorgung des Reichsparteitagsgeländes ließ Speer eigens ein Umspannwerk bauen. Weiter stadtauswärts an der Regensburger Straße waren Bauarbeiter untergebracht.<strong>"Kraft durch Freude"-Stadt</strong><br />Die 1937 aufgebauten Bierhallen der KdF-Stadt dienten den Parteitagsbesuchern zur Unterhaltung und für Veranstaltungen. Heute befindet sich hier das Trainingsgelände des 1. FCN.<strong>Stadionbad</strong><br />Das Stadionbad gehört zum großflächigen Sport- und Volkspark am Dutzendteich, der 1928 eröffnet wurde.<strong>Endpunkt der Großen Straße</strong><br />Die Paradestraße weist auf die von hier aus sichtbare Kaiserburg, um eine symbolische Verbindung zwischen Nürnberg als Ort der mittelalterlichen Reichstage und als "Stadt der Reichsparteitage" herzustellen. Heute wird sie vor allem als Parkplatz genutzt.<strong>Fundamentrest Märzfeld</strong><br />Das für Schaumanöver der Wehrmacht und 250.000 Zuschauer geplante Märzfeld wurde nie fertig. Gebaute Tribünentürme wurden 1966/67 gesprengt und das Gelände überbaut.<strong>Ehemaliger Bahnhof Märzfeld</strong><br />Der Anfahrtsbahnhof für die Teilnehmer des Reichsparteitags war 1941/42 Ausgangspunkt für zwei Judendeportationen aus Franken mit insgesamt etwa 2.000 Menschen.<strong>Silberbuck</strong><br />Der Schuttberg aus den Trümmern der im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstörten Altstadt bedeckt den südlichen Teil der Baustelle Deutsches Stadion.<strong>Baugrube Deutsches Stadion/ Silbersee</strong><br />Die Baugrube im nördlichen Teil des geplanten Deutschen Stadions lief voll Wasser und wurde zum Silbersee.<strong>SS-Kaserne</strong><br />Die Kaserne, im Zweiten Weltkrieg Ausbildungsstätte der Waffen-SS, dient heute als Bürogebäude des Bundesamtes für Migration.

Bildnachweis: Bayerische Vermessungsverwaltung 2011, Nr. 11-0357

Nürnberg - Ort der Zeitgeschichte

Ein kurzer Film über das Reichsparteitagsgelände auf YouTube

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