Hintergründe zum Haus

Besucher in der Eingangshalle des Dokumentationszentrums.

Das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände wurde am 4. November 2001 unter anderem in Anwesenheit des damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau eröffnet. Die UNESCO nahm die Einrichtung in die Liste zum "Internationalen Jahr für eine Kultur des Friedens" auf, 2002 erhielt das Dokumentationszentrum den "Silver Otter" des Verbands Britischer Reiseschriftsteller für die weltbeste Tourismuseinrichtung.

Der Schlüssel zum Erfolg des Dokumentationszentrums liegt in seinem Gesamtkonzept als zentraler Ort zur Vermittlung der Phänomenologie des NS-Regimes. Sonderausstellungen und Begleitveranstaltungen greifen derartige Spezialthemen auf, die die Dauerausstellung inhaltlich ergänzen. Das Studienforum auf dem Dach des Dokumentationszentrums bietet mit seinem Bildungsangebot einem breiten Publikum den Raum, weitergehende Fragen und Probleme mit Fachreferenten zu klären.

Zahlen und Fakten

Mittlerweile kommen jedes Jahr über 250.000 Besucher in das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg. Nach dem Anfangsboom im ersten Betriebsjahr (230.000 Besucher in 2002) pendelte sich der Zuspruch zunächst auf dem immer noch sehr hohen Niveau von 170.000 (2003) ein. Ausgegangen war man bei der Planung von hunderttausend Gästen im Jahr. Seitdem stieg die Zahl aber kontinuierlich an, so dass im Oktober 2016, knapp fünfzehn Jahre nach der Eröffnung des Hauses, die dritte Million erreicht werden konnte.

Ca. 50 Prozent der Besucher kommen aus dem Ausland. Führend sind dabei die Gäste aus dem angelsächsischen Sprachraum, die Nürnberg vor allem mit dem Schiff besuchen - allen voran US-Amerikaner, gefolgt von Briten, Australiern und Kanadiern. Ebenfalls starkes Interesse an der Thematik zeigen Besucher aus dem europäischen Ausland, besonders Franzosen, Spanier und Italiener. Tatsächlich aber reisen Menschen aus allen Winkeln der Welt nach Nürnberg, die Fidschi-Inseln tauchen ebenso in der Statistik auf wie Länder der arabischen und asiatischen Welt.

Die pädagogischen Fachkräfte betreuten im Studienforum und auf dem Gelände seit Eröffnung des Hauses über 400.000 Besucher in 17.000 Kursen. Alleine die Geländebegehung wurde von über 7.000 Gruppen wahrgenommen. Das Team des Dokumentationszentrums richtete seither rund zwanzig Großveranstaltungen aus, darunter internationale Fachkonferenzen sowie Tagungen der europäischen Bildungsminister, der UNESCO oder des Deutschen Museumsbundes.

Über fünfundzwanzig Ausstellungen wurden alleine in den Räumlichkeiten des Dokumentationszentrums eröffnet. Seit dem Jahr 2004 steht eine eigene Ausstellungshalle zur Verfügung. Inhaltliche wie auch gestalterische Höhepunkte waren sicherlich die in Eigenregie produzierten Ausstellungen "Bilderlast. Franken im Nationalsozialismus" im Jahr 2008, "Das Gleis. Die Logistik des Rassenwahns" im Jahr 2010 sowie "Entrechtet. Entwürdigt. Beraubt. Arisierung in Nürnberg und Fürth" 2012. Die multimediale Rauminstallation "Sommer Vierzehn. Die Geburt des Schreckens der Moderne" mit Panoramaprojektion setzte völlig neue Akzente. Als Exportschlager erwies sich die Ausstellungs-Eigenproduktion "Verführt. Verleitet. Verheizt. Das kurze Leben des Hitlerjungen Paul B.", die in fremdsprachiger Version durch Museen in den USA und in Frankreich tourte. Als erste deutsche Ausstellung in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau wurde im Jahr 2009 die Eigenproduktion "Rassenwahn" gezeigt.

Kuratorium

Ein Kuratorium aus Persönlichkeiten nationalen Ranges setzt sich für das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände ein (Stand Januar 2017):

  • Richard Bartsch, Präsident des Bezirkstags von Mittelfranken
  • Günter Gloser, Staatsminister a.D.
  • Prof. Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien
  • Elisabeth Hann von Weyhern, Regionalbischöfin, Ev.-luth. Kirche in Bayern
  • Charlotte Knobloch, Israelitische Kultusgemeinde München / Oberbayern
  • Dr. Ulrich Maly, Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg
  • Prof. Dr. Ludwig Schick, Erzbischof von Bamberg
  • Dr. Oscar Schneider, Bundesminister a.D. (Sprecher des Kuratoriums)
  • Bruno Schnell, Verleger und Herausgeber der Nürnberger Nachrichten/ Nürnberger Zeitung
  • Horst Seehofer, Bayerischer Ministerpräsident
  • Dr. Markus Söder, Bayerischer Staatsminister der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat