
Nach einem eigenständigen Ausstellungsbesuch vorab (empfohlene Besuchsdauer ca. 2 Stunden) finden die von Moderatoren betreuten Gespräche in den Räumen des Studienforums statt.
Die Themengespräche nehmen auf die Ausstellung Bezug. Jugendgruppen und Schulklassen der Stufen 8-11 erhalten vor dem Ausstellungsbesuch ein Erkundungsblatt. Dieses ist auf das jeweilige Thema und Alter der Jugendlichen abgestimmt und ermöglicht bereits während des Ausstellungsbesuches eine Vorbereitung auf das Programm im Studienforum.
Jedes einfache 45minütige Themengespräch kann mit einem betreuten Ausstellungsbesuch kombiniert werden, an den das Themengespräch im Seminarraum anschließt.
Zunächst erhält die Gruppe eine kurze Einführung zur Funktion und Bedeutung der Reichsparteitage, einen Überblick über das Reichsparteitagsgelände und grundlegende Informationen zur Bauruine der Kongresshalle als Standort des Dokumentationszentrums wie auch zur modernen Architektur.
Hierbei können Vorkenntnisse, Motivation sowie spezielle Wünsche und Bedürfnisse der Gruppe geklärt werden.
Der folgende Ausstellungsbesuch mit punktueller Führung und individueller Vertiefung bereitet das anschließende Themengespräch vor.
Sie können unter folgenden Schwerpunkten auswählen:

Das Nachgespräch zur Ausstellung bietet die Möglichkeit, in einer moderierten Diskussion die Fülle der Eindrücke zu ordnen, bestimmte Themen zu vertiefen und Sachfragen zu klären. Materialien aus der Ausstellung, ausgewählte Filmsequenzen und Bilder stehen dafür in den Seminarräumen des Studienforums zur Verfügung.
Nachgespräche in englischer, französischer, italienischer, polnischer und russischer Sprache sind möglich.

Die Nationalsozialisten verwendeten eine eindringliche Symbolsprache. Das Hakenkreuz oder Elemente aus der christlichen Liturgie wurden zu effektvollen Propagandamitteln und sollten das Leben der "Volksgemeinschaft" im Sinne des NS-Regimes strukturieren. Symbole und Rituale dienten jedoch auch dazu, die Reichsparteitage als massenwirksame Selbstdarstellung der NSDAP zu inszenieren.
In diesem Kontext sollen Bedeutungshintergründe und die suggestive Wirkung von Symbolen und Ritualen entschlüsselt werden.

Die Reichsparteitage wurden in hohem Maße durch Fotografien, Plakate und Postkarten inszeniert. Ebenso gehörten die Filme Leni Riefenstahls, die Liedtexte der HJ, Gedichte regimetreuer Schriftsteller und nicht zuletzt Albert Speers Bauten zum gigantischen Apparat nationalsozialistischer Massenbeeinflussung. Gemeinsam werden die Eindrücke über die NS-Propagandamedien und die damit verknüpften ideologischen Zielsetzungen geordnet. Zentrale Aspekte der Massenmobilisierung bei Reichsparteitagen werden dabei anhand unterschiedlicher Materialien vertieft analysiert.

Die Ausstellung im Dokumentationszentrum bietet eindrückliche Beispiele einer medial konstruierten Realität. Die emotionale Überhöhung sowie die gezielte Inszenierung von "Führer" und "Volksgemeinschaft" in Fotografie und Film dienten im "Dritten Reich" der nachhaltigen Beeinflussung der öffentlichen Meinung. Jugendliche der SI nähern sich dem Thema über eine praktische Übung. Ausgehend davon wird an konkreten (Film-) Beispielen die Inszenierung Adolf Hitlers durch den Fotografen Heinrich Hoffmann bzw. die Regisseurin Leni Riefenstahl diskutiert. Schüler der SII beschäftigen sich darüber hinaus anhand von Video- und Bildmaterial mit der Frage: Inwiefern hat Leni Riefenstahls Schaffen Spuren in Hollywoodfilmen und aktueller Werbung hinterlassen?

Der Nationalsozialismus sah in der Jugend den wichtigsten Träger seiner Zukunftsgestaltung. Nur wenigen jungen Menschen gelang es, sich der Vereinnahmung zu entziehen.
Mit Filmausschnitten, Tondokumenten und Fotos wird die Rolle Jugendlicher bei den Reichsparteitagen, ihre Motivation zum Mitmachen, aber auch der jugendliche Widerstand am Beispiel der "Weißen Rose" thematisiert.

Die Nationalsozialisten teilten auf der Basis der "Rassenhygiene" Menschen in nützlich und schädlich, in lebenswert und lebensunwert ein. Hunderttausende von Menschen wurden seit 1934 zwangssterilisiert oder im Rahmen der sogenannten Euthanasieprogramme in Krankenanstalten und Heimen von Ärzten oder Krankenschwestern/ Pflegern ermordet. Dokumente, Fallbeispiele und Bildmaterial geben Einblick in die Thematik.

Die Entwicklung der Konzentrationslager vom "Musterlager" Dachau über die Granitproduktion im KZ Flossenbürg bis hin zum "Vernichtungslager" Auschwitz wird mit einem Bildvergleich in Kleingruppen erarbeitet und im Plenum diskutiert.
Hierbei spielt auch der Zusammenhang zwischen der Schaufassade der Reichsparteitage und dem KZ-System eine Rolle. Eine Filmsequenz, die erstmals beim Nürnberger Prozess gezeigt wurde, verdeutlicht das Grauen der Konzentrationslager.

Die Verkündung der "Nürnberger Rassegesetze" war ein entscheidender Schritt bei der Verfolgung von Juden und anderen Minderheiten. Diese Politik endete während des Krieges mit dem Holocaust.
Am Beispiel des jüdischen Nürnberger Kaufmanns Leo Katzenberger, der aufgrund des Vorwurfs der "Rassenschande" zum Tode verurteilt wurde, wird die Willkür des nationalsozialistischen Unrechtsstaates deutlich. Exemplarisch wird die antisemitische Anfeindung, Entrechtung und Verfolgung einer jüdischen Familie in Nürnberg dargestellt.

Im Verlauf der Nürnberger Prozesse wurde der Weltöffentlichkeit das ganze Ausmaß der nationalsozialistischen Untaten sichtbar. Fast alle angeklagten Personen stritten die Verantwortung für die NS-Verbrechen ab.
Anhand von Dokumenten und Filmmaterial werden der Hauptkriegsverbrecherprozess und die Nachfolgeprozesse diskutiert.